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LeSuBiA: Gleichstellungsminister Philippi zu den Ergebnissen der Dunkelfeldstudie

Am  10. Februar 2026 haben das Bundesfrauenministerium und das Bundesinnenministerium die Dunkelfeldstudie "Lebenssituation, Sicherheit und Belastung im Alltag (LeSuBiA)" vorgestellt. Die Studie wurde in Kooperation mit dem Bundeskriminalamt (BKA) durchgeführt. Zu den Ergebnissen der Studie äußert sich der Niedersächsische Gleichstellungsminister Dr. Andreas Philippi wie folgt:

"Die Dunkelfeldstudie LeSuBiA bestätigt, was wir befürchtet haben. Das Dunkelfeld partnerschaftlicher, sexualisierter und digitaler Gewalt ist riesig und betrifft sowohl Frauen, Kinder, Jugendliche und auch Männer. Die Ergebnisse zeigen, dass Frauen häufiger und schwerwiegender von Gewalt betroffen sind, junge Menschen stärker als ältere Menschen. Besonders erschreckend ist, dass ein relevanter Anteil der Bevölkerung bereits in der Kindheit und Jugend Gewalt durch Eltern oder Erziehungsberechtigte erleben muss und fast jede zweite Person im Laufe ihres Lebens sexuell belästigt wird. Partnerschaftliche und sexualisierte Gewalt kann überall stattfinden und findet häufiger statt als vermutet. 

Genau deswegen ist es so wichtig, das Gewaltschutzsystem weiter auszubauen und Opfern Schutz und Beratung anzubieten. Die Studie zeigt, wie wichtig Prävention und Aufklärungsarbeit ist, damit dieses Gewaltphänomen das Dunkelfeld verlässt. Opfer müssen gestärkt und die Täter in die Verantwortung genommen werden. So werden die Voraussetzungen geschaffen, dass erlebte Gewalt auch angezeigt wird. Weniger als 10 Prozent der Opfer trauen sich, diesen Schritt zu gehen. 

Ich begrüße daher besonders, dass in Niedersachsen die App "Gewaltfrei in die Zukunft" flächendeckend ausgerollt wird und Opfer von häuslicher Gewalt die Möglichkeit haben, Gewalthandlungen zu dokumentieren und diese als belastbaren Beweis in einem eventuell folgenden Strafverfahren zu verwenden. Auch das Netzwerk ProBeweis leistet einen wichtigen Beitrag, um Opfern häuslicher oder sexualisierter Gewalt die Möglichkeit zu geben, Beweise anonym und vertraulich zu sichern und sie bei einer späteren Strafanzeige verwerten zu können. Das niedersächsische Gewaltschutzsystem bietet eine gute Basis um partnerschaftliche und sexualisierte Gewalt weiter zu bekämpfen. Wir müssen die Ergebnisse der Studie erneut zum Anlass nehmen, die Opfer von Gewalt in den Fokus stellen und einen niedrigschwelligen Zugang zu einem verlässlichen Gewaltschutzsystem sicherzustellen."