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Trennung und Scheidung

Eine Trennung oder Scheidung ist für alle Mitglieder von Eltern- oder Paarfamilien eine schmerzhafte Erfahrung. Konflikte, Schuldzuweisungen und Zukunftsängste belasten die betroffenen Kinder, aber auch die Partner und Partnerinnen. Im Sinne des Kindeswohls sollten Väter und Mütter einvernehmliche Regelungen über das Sorge- und Umgangsrecht finden. Unterschiedliche Betreuungsmodelle sind möglich und können den individuellen Lebenslagen der Eltern angepasst werden. Die meisten Väter bleiben auch nach einer Trennung mit ihren Kindern in Kontakt, viele belastet die Trennung vom Kind jedoch stark. Wenn Unterhaltszahlungen nicht geleistet werden können, ist auch das Verhältnis zum anderen Elternteil häufig schlecht. In Niedersachsen unterstützen Erziehungs- und Familienberatungsstellen der Jugendämter und anderer anerkannter Träger Väter und Familien in Trennungssituationen.

Gemeinsam getrennt erziehen: Beirat veröffentlicht Gutachten

Der Wissenschaftliche Beirat für Familienfragen sieht für getrennte Familien weitreichenden Reformbedarf im Familienrecht, bei den Beratungsstrukturen und in der Forschungslandschaft. Zu diesem Ergebnis kommt der Beirat in seinem aktuellen Gutachten "Gemeinsam getrennt erziehen". Das Gutachten gibt einen umfassenden Überblick über Trennungsfamilien in Deutschland, die rechtlichen und finanziellen Folgen, aber auch über die psychischen Belastungen einer Trennung. Mehr ...

Hilfe für Paare in der Krise und Trennungsfamilien

Schnelle und kompetente Online-Hilfe finden Paare in der Krise und Trennungsfamilien auf der Website des Kooperationsprojekts "Stark": Die Website wendet sich an Paare, Eltern sowie Kinder und Jugendliche. Sie bietet umfangreiche Informationen zu den Themen Beziehungskrise und Trennung – kostenfrei, umfassend, übersichtlich und alltagsnah unter www.beziehungskrise.info oder www.trennung-meistern.de. Die Inhalte der Website entstanden im Rahmen der Zusammenarbeit von Expertinnen und Experten aus den Bereichen Familienrecht, Ökonomie, Psychologie und Pädagogik. Zusätzlich unterstützt wurde die Umsetzung von einem Fachbeirat.

Übernachtung und Spielzimmer für getrennt lebende Familien

Getrennt erziehende Väter oder Mütter nehmen für den regelmäßigen Umgang mit ihren Kindern oft weite Anfahrten und hohe Kosten auf sich. Das gemeinnützige Unternehmen "Die Familienhandwerker" ermöglicht es diesen Elternteilen, die gemeinsame Zeit mit ihren Kindern in entspannter Atmosphäre zu verbringen. Es werden kostenlose Übernachtungsmöglichkeiten für die Erwachsenen am Wohnort des Kindes vermittelt. Über das bundesweite Netzwerk finden getrennt lebende Elternteile mit Kindern im Alter zwischen null und zehn Jahren ehrenamtliche Gastgeberinnen und Gastgeber. Ergänzend gibt es das Angebot "Spielzimmer auf Zeit". Dabei handelt es sich um kindgerechte Räume, etwa in Kindergärten oder Familienzentren. Dort können Väter und Mütter am Wochenende mit ihren Kindern ungestört zusammen sein und spielen. Auch ein pädagogisches Elterncoaching sowie Vorträge und Workshops für Jugendämter, pädagogische Einrichtungen und Beratungsstellen werden angeboten. die-familienhandwerker.de

Lebenssituation von Allein- und Getrennterziehenden besser verstehen

Was ändert sich bei einer Trennung für die Eltern, insbesondere im Hinblick auf Erwerbstätigkeit, die Aufgabenverteilung und die finanzielle Situation? Der Monitor Familienforschung "Allein- oder getrennterziehen - Lebenssituation, Übergänge, Herausforderungen" des Bundesfamilienministeriums (BMFSFJ) untersucht diese Fragen. Schwerpunkt sind die Ergebnisse von Studien des Wissenschaftszentrums Berlin (WZB) und des Deutschen Jugendinstituts (DJI), sowie einer umfänglichen Befragung des Instituts für Demoskopie Allensbach.

Demnach bleibt in fast drei Viertel der getrennt lebenden Familien der andere Elternteil in Kontakt und der Umgang mit dem Kind kann in fast 60 Prozent der Fälle einvernehmlich geregelt werden. Knapp zwei Drittel der Trennungsväter, die ohne ihr Kind leben, belastet die Trennung vom Kind jedoch stark oder sehr stark. Wenn Unterhaltszahlungen nicht geleistet werden können und der alleinerziehende Elternteil Unterhaltsvorschuss bezieht, ist zudem das Verhältnis zum anderen Elternteil überdurchschnittlich häufig schlecht. Alle Ergebnisse finden Sie im Monitor Familienforschung 43 (Juli 2021). Er steht zum Download zur Verfügung auf der Website des BMFSFJ.

Das Eherecht

Für den Fall der vorübergehenden oder dauernden Trennung bzw. Scheidung einer Ehe erlangt das Familienrecht besondere Bedeutung. Eine Broschüre des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) gibt einen ersten Überblick zu den relevanten Themen: Eheliche Lebensgemeinschaft, vorübergehendes oder dauerndes Getrenntleben der Eheleute, Scheidungs- und Scheidungsfolgenrecht unter Berücksichtigung des Zugewinnausgleichs, des Unterhaltsrechts sowie des Rechts des Versorgungsausgleichs und Gerichtsverfahren bei einer Scheidung. Die Broschüre (Stand: Februar 2020) bezieht sich auf Ehen, die deutschem Recht unterliegen. Bei Ehen mit Auslandsbezug kann die Rechtslage anders sein. Bestellung und Download auf der Website des BMJV.

Das Kindschaftsrecht

Das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) hat eine übersichtlich gestaltete aktuelle Broschüre zum Kindschaftsrecht herausgegeben. Anhand von Beispielen werden unter anderem Fragen zum Abstammungsrecht, zur elterlichen Sorge, zum Recht auf gewaltfreie Erziehung und zum Umgangsrecht beantwortet. Wer ist der Vater eines Kindes? Was ist elterliche Sorge? Warum ist Gewalt in der Erziehung verboten? Was passiert, wenn Eltern sich trennen? Wie wird die Ausgestaltung des Umgangs mit dem Kind geregelt? Thematisiert werden auch Fragen zum Unterhaltsrecht und zu gerichtlichen Verfahren sowie zum Vater-Kind-Verhältnis bei Zeugungen mittels Samenspende. Die Broschüre steht zum Download auf der Website des BMJV bereit.

Unterhaltsvorschuss: Rückgriffsquote gestiegen

Nach einer Trennung bekommen viele Alleinerziehende vom früheren Partner oder der früheren Partnerin keinen oder nur unregelmäßig Unterhalt für das gemeinsame Kind. Zahlt der unterhaltspflichtige Elternteil nicht, hilft der Staat Alleinerziehenden und zahlt Unterhaltsvorschuss. Immer häufiger holt er sich dieses Geld vom unterhaltspflichtigen Elternteil wieder zurück, wie das Bundesfamilienministerium (BMFSFJ) meldet. Die Rückzahlung, die sogenannte Rückgriffsquote, lag 2019 bei rund 17 Prozent. Das entspricht 360 Millionen Euro. 2018 lag sie noch bei 13 Prozent. Der Anstieg zeigt, dass sich die Unterhaltsvorschuss-Stellen intensiv darum kümmern, das Geld wieder zurückzubekommen. Die Leistung nach dem Unterhaltsvorschussgesetz - kurz Unterhaltsvorschuss - sichert die Lebensgrundlage des Kindes. Das Geld muss vom unterhaltspflichtigen Elternteil jedoch zurückgezahlt werden, wenn der Unterhalt ganz oder teilweise geleistet werden kann. Quelle: Pressemitteilung BMFSFJ, 16.03.2020

Sorge-und Umgangsrecht und Unterhaltspflicht in der Coronakrise

Aufgrund der Coronakrise wird das öffentliche Leben stark eingeschränkt und es gilt die dringende Empfehlung, soziale Kontakte möglichst zu vermeiden. Kinder von getrennt lebenden Eltern haben jedoch in der Regel auch in der Krisensituation ein Recht auf Umgang mit beiden Elternteilen, wenn dies dem Kindeswohl dient. Was bedeutet nun aber die Coronakrise für Umgang und Sorge mit Kindern, wenn die Eltern getrennt leben? Was ist bei einer angeordneten oder freiwilligen Quarantäne zu beachten? Was gilt, wenn eine Umgangsregelung krisenbedingt nicht eingehalten wird? Die Website des Bundesjustizministeriums informiert über das Sorge- und Umgangsrecht während der Corona-Pandemie und beantwortet die häufigsten Fragen.

Unterhaltsbedarfsberechnung

Die Düsseldorfer Tabelle enthält Leitlinien für den Unterhaltsbedarf von Unterhaltsberechtigten. Sie beruht auf Koordinierungsgesprächen zwischen Richterinnen und Richtern der Familiensenate der Oberlandesgerichte Düsseldorf, Köln, Hamm, der Unterhaltskommission des Deutschen Familiengerichtstages e.V. sowie einer Umfrage bei den übrigen Oberlandesgerichten. www.olg-duesseldorf.nrw.de

Erziehungs- und Familienberatungsstellen

Eltern und andere Erziehungsberechtigte können sich bei Erziehungsfragen, bei persönlichen oder familienbezogenen Problemen an eine Erziehungs- und Familienberatungsstelle wenden. Die Gespräche sind kostenlos und vertraulich. Bei Beziehungsschwierigkeiten der Eltern oder bei Problemen in Zusammenhang mit Trennung und Scheidung kann die professionelle Unterstützung durch Beratungsstellen eine wichtige Hilfestellung bieten. Die Erziehungs- und Familienberatungsstellen der Jugendämter in Niedersachsen finden Sie in unserer Adressdatenbank.

Echte Männer Reden.

Die Männer- und Väterberatung des SKM Osnabrück (Katholischer Verein für soziale Dienste e.V.) gehört zum bundesweiten Netzwerk der Männer-und Väterberatung, der Gewalt- und Krisenberatung des SKM-Bundesverbandes. Das männerspezifische und- focussierte Beratungsangebot zeichnet sich dadurch aus, dass Männer/ Väter von Männern beraten werden. Themen können beispielsweise sein: Kontakt und Beziehung zum Kind; Trennung und Scheidung, die Herausforderungen als alleinerziehender oder von den Kindern getrennt lebender Vater oder der Umgang mit Belastungen und Stress. www.skm-osnabrueck.de/maennerberatung

Männerbüro Hannover

Das Männerbüro Hannover ist ein gemeinnütziger Verein, der sich mit den Lebenslagen von Männern, Jungen und männlichen Jugendlichen sowie ihrem sozialen Umfeld beschäftigt und sich für deren Belange einsetzt. Die Beratung ist vertraulich. Jungen, Männer und Familien können sich bei Problemen in der Partnerschaft, Trennungen und Verlusterfahrungen oder bei Belastungen im Zusammenhang mit Gewalterfahrungen und in anderen Krisen- und Konfliktsituationen an das Männerbüro wenden.

Kontakt
T (0511) 123 58 90
info@maennerbuero-hannover.de
www.maennerbuero-hannover.de

Psychosoziale Beratung für Jungen und Männer

In der Region Hannover berät mannigfaltig e.V. Männer jeden Alters, Jungen und junge Männer im Alter von 6 bis 27 Jahren, Eltern und andere Bezugspersonenen und soziale Fachkräfte. Die Beratung ist vertraulich. Termine finden nach Vereinbarung statt.

Kontakt
Beratungstelefon: (0511) 210 00 10
info@mannigfaltig.de
www.mannigfaltig.de