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Väter im Familienalltag: Väterarbeit in der Familienbildungsstätte

Das Niedersächsische Landesarbeitsforum "Aktive Vaterrolle" nimmt mit einer Reihe von Online-Fachgesprächen Chancen und Herausforderungen der Väterarbeit in den Blick. Unter dem Titel "Väter im Familienalltag: Erziehung, Sorge, Partnerschaft" sind Fachkräfte und alle an Väterarbeit Interessierten dazu eingeladen.

Am 12. Dezember 2023 stand die Väterarbeit in Familienbildungsstätten im Mittelpunkt. Beate Kopmann, AWO Familienbildung Region Hannover, berichtete aus der Praxis über Gelingensfaktoren und Stolpersteine bei der Entwicklung von Väterangeboten. Die AWO Familienbildung setzt in Kooperation mit mannigfaltig e.V. das Projekt PapaZeit in der Region Hannover um.

"Dahin gehen, wo die Väter sind" rät sie Fachkräften, die neue Angebote entwickeln möchten. Der Faktor Zeit ist dabei von großer Bedeutung. Außerhalb der Regelarbeitszeit, also abends oder an Wochenenden, ist es für Väter leichter, Angebote wahrzunehmen. Wenn diese auch zur Lebenswelt von Vätern passen, ist der nächste Schritt zum Erfolg getan. Fachkräfte können Verbindung zur individuellen Lebenssituation herstellen und die Geprächthemen offen halten, damit Anknüpfungspunkte zum Austausch mit anderen Väter möglich werden. Denn Familienthemen sind auch Väterthemen. Fragen zur Entwicklung und Erziehung der Kinder beschäftigen sie ebenso wie Mütter oder andere Bezugspersonen. Aktionen und Abenteuer werden als Angebotsformate gerne angenommen, so die Erfahrung. Sie schaffen gemeinsame Erlebnisse, stärken die Vater-Kind-Beziehung und geben Gelegenheit, über die eigene Vaterrolle ins Gespräch zu kommen.

Vieles ist möglich in der Planung von Väterprojekten. Wichtig für das Gelingen, so Beate Kopmann, ist es die Väter selbst in die Planung einzubeziehen und nicht "für sie mitzudenken". Informelle Netzwerke und private Kontakte geben oftmals den Impuls für ein neues Vorhaben. Damit sich gute Ideen herumsprechen, braucht es kontinuierliche Informationsstrukturen, digital und / oder über gedruckte Flyer und Aushänge.

"Dahin gehen, wo die Väter sind" führt auch mit Kooperationsprojekten zum Erfolg: Gleichstellungsbeauftragte in Betrieben, Hebammen- und Pflegepraxen, Stadtteilzentren, Kirchengemeinden, Volkshochschule, Sportvereine oder Väterlostsenprojekte können Multiplikatoren sein.