Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen

Landesstelle-Jugendschutz-NdsDie Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen (LJS) arbeitet als Fachreferat der Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege zu aktuellen Themen des Kinder- und Jugendschutzes. Zu den Tätigkeitsfeldern gehören Fortbildungen, Materialentwicklungen, Fachberatung, Projekte und die Mitarbeit in Arbeitskreisen und Gremien. Die LJS koordiniert unter anderem das Projekt Elterntalk Niedersachsen, gefördert vom Niedersächsischen Ministerium für Gesundheit, Soziales und Gleichstellung.

Die Angebote richten sich an pädagogische Fachkräfte aus Jugendhilfe, Kindertageseinrichtungen, Schulen sowie Aus- und Fortbildungsstätten. Sie stehen darüber hinaus auch Interessierten aus anderen Arbeitsbereichen offen. Ziel der Arbeit ist es, Sachkenntnisse zu vermitteln und pädagogische Handlungskompetenzen zu erweitern. Die LJS kooperiert mit Landesinstitutionen, kommunalen Einrichtungen und freien Trägern.


Im Kurzinterview: Simone Zanjani

Simone-Zanjani_LJS-Fachtag-Wann-erziehen-Vaeter-14-06-16Simone Zanjani vertritt im Landesarbeitsforum die Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen (LJS).

Frage: Wo sind die Berührungspunkte Ihrer Arbeit mit dem Thema "Aktive Vaterrolle"?
Die Landesstelle Jugendschutz bietet das Projekt Elterntalk an, ein Projekt, das Erziehungsfragen in der Familie zum Thema macht. Es bringt Eltern miteinander ins Gespräch, damit diese ihre Kinder im Alltag bewusster fördern und begleiten können. Das Besondere an Elterntalk ist der niedrigschwellige Zugang - Eltern laden andere Eltern zu sich nach Hause ein, um über Medien- und Erziehungsthemen zu sprechen. Mit diesem Projekt möchten wir insbesondere Mütter und Väter aus unterschiedlichen kulturellen Kontexten ansprechen. Das Projekt findet im ganzen Land großen Zuspruch. 95% der Teilnehmenden sind Frauen. Einige Talks fanden mit Müttern und Vätern gemeinsam statt.
In der Elternarbeit ist es uns wichtig, Mütter und Väter zu erreichen. Daher haben wir im letzten Jahr in einem Modellversuch Moderatoren ausgebildet, die Vätertalks anbieten.

Frage: Welche Unterstützung benötigen junge Familien und insbesondere junge Väter aus Ihrer Sicht?
Die Verantwortung für die Erziehungsaufgaben innerhalb einer Familie hat sich in den letzten Generationen stark verändert. Zwar gelten Mütter vielfach noch immer als hauptverantwortlich für die Erziehung, aber immer mehr Männer empfinden eine enge Vater-Kind-Beziehung als besonders wichtig und sind sich ihrer Verantwortung als Vorbild bewusst.
Wie alle Erziehenden machen sich auch Väter viele Gedanken über die Beziehung zu ihren Kindern und über Erwartungen, die an sie als Vater gestellt werden. Es ist wichtig, auch für Väter Räume und Gelegenheiten zu schaffen, damit sie sich untereinander über alltägliche Erziehungsfragen austauschen können

Frage: Was ist wichtig, damit interkulturelle Väterarbeit gelingt?
Männer treffen sich zu anderen Gelegenheiten als Frauen. Während Mütter schon seit jeher zu einem Kaffeeklatsch einladen oder sich auf dem Spielplatz treffen und austauschen, begegnen sich Väter eher bei Sportveranstaltungen oder in einer Kneipe. Diese Treffpunkte sind auch kulturell unterschiedlich - sieht man in Südeuropa beispielsweise viele Männer in und vor Cafés, so sind im Orient Moscheen sehr beliebte Orte für Begegnungen.
Wichtig für die interkulturelle Väterarbeit ist es, solche Orte zu kennen und auch Männer als Ansprechpartner zu gewinnen, die dort gut vernetzt sind. Hier können Anknüpfungspunkte und Kontakte für die Väterarbeit entstehen - für viele Väter mit Migrationshintergrund ist es wichtig, sich mit anderen auszutauschen, die ähnliche Erfahrungen und Erziehungsstile kennen.

Frage: Wie kann insbesondere die interkulturelle Väterarbeit in Niedersachsen sinnvoll weiterentwickelt werden?
In Niedersachsen ist die interkulturelle Väterarbeit kein unbekanntes Thema und es ist wichtig, dass Väter als Zielgruppe weiterhin immer mitgedacht und fokussiert werden.
Da sich der Zugang zu Vätern, insbesondere aber zu Vätern mit Migrationshintergrund, recht schwierig gestaltet, ist aus unserer Sicht eine Vernetzung der unterschiedlichen Institutionen innerhalb Niedersachsens, aber auch in den einzelnen Kommunen, von großer Bedeutung.
Die Angebote für Väter müssen attraktiv sein und sie müssen dort abgeholt werden, wo sie sich in ihrer Freizeit normalerweise gerne aufhalten. So fanden zum Beispiel einige Vätertalks in der jesidischen Gemeinde in Oldenburg statt.

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Kontakt:
Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen
Simone Zanjani
Leisewitzstraße 26
30175 Hannover
Telefon: (0511) 85 87 88
simone.zanjani@jugendschutz-niedersachsen.de
www.jugendschutz-niedersachsen.de

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