STARTSEITE | IMPRESSUM / DATENSCHUTZ | SITEMAP

Interkulturelle Haltung in der Beratungsarbeit mit Vätern

Das Interkulturelle Väterbüro möchte Wolfsburger Väter aller Kulturkreise für mehr Verantwortung in der Erziehung und Bildung ihrer Kinder gewinnen. Die Angebote und Aktivitäten orientieren sich speziell an den Anliegen und Interessen der Väter. Grundlage einer offenen und wertschätzenden Atmosphäre in der Beratungsarbeit ist die interkulturelle Kompetenz der Beratenden.

Im Beratungsalltag begegnen uns fast täglich Menschen anderer Kulturen. Jeder dieser Menschen hat in seinem Leben unterschiedliche Erfahrungen gesammelt und wurde durch Familie, Freunde und sein gesamtes Umfeld unterschiedlich sozialisiert. Während des Beratungsgesprächs versuchen wir stets, uns empathisch in unser Gegenüber hineinzuversetzen und zu analysieren, in welcher Lebenswelt und Phase sich der Klient gerade befindet und welches konkrete Anliegen er hat.

Dabei ist es besonders relevant, dem Klienten aufgeschlossen, wertschätzend und offen gegenüber zu treten und sich diese Haltung zu bewahren, denn nur so können wir seine Interessen, seine Motive und sein Handeln verstehen. Trotz unterschiedlicher Biographieverläufe suchen wir bei interkulturellen Begegnungen stets nach gemeinsamen Schnittstellen und Realitäten, denn überall auf der Welt sehen sich Menschen mit denselben Problemstellungen konfrontiert. Unser Fokus liegt daher auf den Gemeinsamkeiten und nicht auf kulturellen Unterschieden.

Jeder Mensch hat das Recht auf seine eigene Kultur, deren spezifische Besonderheiten es zu berücksichtigen und zu respektieren gilt. Dabei bereiten uns andere Kulturen kein Unbehagen, sondern wir stehen diesen neugierig und aufgeschlossen gegenüber und akzeptieren spezifische Unterschiede, statt über sie zu urteilen und diese zu bewerten. Erst dadurch wird ein Wissens- und Erfahrungsgewinn überhaupt ermöglicht.

Trotz dieser aufgeschlossenen und wertschätzenden Grundhaltung kann es in interkulturellen Begegnungen immer wieder zu Unsicherheiten und Missverständnissen kommen. Diese Unsicherheiten sind völlig normal und auch legitim, solange wir von diesen lernen und Mechanismen entwickeln, mit diesen umzugehen.

Kulturell bedingte Missverständnisse und Irritationen lassen sich im Dialog durch simple Nachfrage oftmals ausräumen. Wenn uns etwas unklar ist, fragen wir bei unserem Gegenüber nach. Der Begriff der Ambiguitätstoleranz bezeichnet dabei die Fähigkeit, mehrdeutige Situationen und widersprüchliche Handlungsweisen bewältigen zu können, ohne darauf emotional zu reagieren. Hierbei sind wir in der Lage, diese Ambiguitäten, die aus der Perspektive unserer eigenen Kultur teilweise schwer verständlich oder gar inakzeptabel erscheinen, wahrzunehmen, ohne diese einseitig negativ oder vorbehaltlos positiv zu bewerten. Dies stellt eine der zentralen Grundvoraussetzung für interkulturelle Kompetenz dar.

Stadt Wolfsburg, Geschäftsbereich Jugend, Interkulturelles Väterbüro
Autoren: Maximilian Hortsch und Markus Mende

Zurück...

1 von 1