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DJI-Studie zum Projekt Väterreport

Das Deutsche Jugendinstitut (DJI) fasst in der Studie "Väter 2015: Wie aktiv sind sie, wie geht es ihnen und was brauchen sie?" die Ergebnisse des Projekts "Väterreport" (Laufzeit: 01.02.2015 - 31.05.2015) zusammen. Die Studie bietet einen Einblick in das vielfältige, sehr unterschiedlich ausgeprägte Engagement von Vätern. Aktive Vaterschaft wird demnach vor allem durch die Erwerbsbeteiligung beider Elternteile begünstigt. Sie wirkt sich sowohl auf die Paarbeziehung der Eltern als auch auf die Entwicklung der Kinder positiv aus.

Der Report untersucht die Rolle der Väter in Familien. Die Untersuchung basiert auf Befragungen von mehr als 3.000 Kernfamilien, in denen beide leiblichen Eltern mit Kindern unter neun Jahren zusammenleben. Daten der zweiten Welle des DJI-Suveys "Aufwachsen in Deutschland: Alltagswelten" (AID:A, 2013/2014) wurden für das Projekt sekundäranalytisch ausgewertet. Die Studie wurde vom Bundesministerium für Familien, Frauen, Senioren und Jugend gefördert.

Die Rolle der Väter in Familien wirkt sich in mehrfacher Hinsicht auf andere Lebensbereiche aus, so die Ausgangsüberlegung der Studie:

  • Es geht zum einen um die Gleichstellung der Geschlechter. Die Erwerbsbeteiligung der Mütter ist gestiegen und verlangt ihnen eine Doppelrolle in Familienarbeit und Erwerbsleben ab. Haben im Gegenzug die Väter ihr Engagement in der Familie verstärkt und verschaffen ihren Partnerinnen Entlastung von familiären Aufgaben in Haushalt und Kindererziehung?
  • Ein wachsender Anteil der Männer sieht Teilhabe am Familienleben, insbesondere Engagement für die Kinder, als wichtigen Bezugspunkt der Lebensplanung. Wie diese Teilhabe gelingt, hängt ebenfalls von der Rolle der Väter in Familien und von ihrem Selbstverständnis ab.
  • Die Rolle der Väter betrifft auch die Entwicklungschancen der Kinder: Die Zeit, Kraft und Zuwendung, die emotionalen Ressourcen und die Erziehungskompetenzen, die Väter in die Betreuung und Erziehung ihrer Kinder investieren, kommt diesen deutlich zugute.

Aus der Analyse ergaben sich Unterscheidungen zwischen "aktiven", "durchschnittlichen" und "wenig aktiven Vätern". Als entscheidender Faktor für das Engagement der Väter erwies sich die Erwerbskonstellation der Elternteile, insbesondere die tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden. Eine hohe Zahl von Überstunden wirkt als Hemmschuh für "aktive Vaterschaft". Je mehr sich auch die Mütter im Erwerb engagieren und je höher ihr Einkommen, desto wahrscheinlicher wird ein aktives Engagement der Väter.

Die Beziehung zum Kind profitiert von einem stärkeren Engagement der Väter. Eine "aktive Vaterschaft" geht mit einem hohen Maß an Engagement für die Kinder und mit einem positiv-zugewandteren Erziehungsstil einher, so ein weiteres Untersuchungsergebnis.

"Aktive Väter" kooperieren besser in der Erziehung mit ihren Partnerinnen (Coparenting) als wenig aktive Väter. Vor allem Männer, die mit ihrer Beziehung zufrieden sind, engagieren sich für die Kinder. Gleichzeitig sind Mütter, die aktive Väter an ihrer Seite haben, auch mit ihrer Beziehung zufriedener. Die aktiven Väter beteiligen sich insgesamt stärker in der Haus- und Familienarbeit. Sie selbst sind zufriedener, empfinden weniger Zeitdruck in Bezug auf familiäre Belange und berichten von weniger "Work-to-Family" und auch nur von wenigen "Family-to-Work"-Konflikten.

Die gelebten Erwerbskonstellationen wirken dennoch "selbst gewählt" - bei manchen Paaren eher individuell, bei anderen gemeinschaftlich entschieden. Der beruflichen Situation des Vaters räumen bei dieser Entscheidung noch immer beide Geschlechter Priorität bei. Es sei jedoch davon auszugehen, dass sich die Geschlechter bei entsprechenden Rahmenbedingungen aufeinander zubewegen werden, so die Studie – die Mütter durch mehr Engagement im Beruf und die Väter durch mehr Engagement in der Familie.

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