Männer im Kindergarten

16. August 2019

Maenner-im-KindergartenDie Zahl männlicher pädagogische Fachkräfte steigt zwar langsam an, doch sie sind in Kitas noch immer eine Seltenheit. In seiner Dissertation untersucht Nurdin Thielemann mögliche Gründe dafür. Das empirische Material lieferte die Analyse von Teamsitzungen in zwei Kindertagesstätten mit männlichen pädagogisch tätigen Mitarbeitern. Der Autor leitet daraus die These eines "gender battle" zwischen Fachkräften im Kindergarten über die Verantwortung für die Erziehung und Bildung von Kleinkindern ab.

In seinem theoretischen Ansatz geht der Autor von einem umkämpften "Genderterritorium" aus. Zentrale Bestimmungsmomente beruflicher Tätigkeit würden "gegendert" und somit dem "professional battle" zugeführt. Dabei müssten beide Geschlechter als potenziell dominierend angenommen werden.

Der Kindergarten weist demnach ein Genderterritorium aus, welches Mechanismen der Inklusion und Exklusion für männliche pädagogische Fachkräfte (re-)produziere. Diese seien kaum überwindbar und würden zum Teil auch von den männlichen Akteuren legitimiert. Die Integration von männlichen pädagogischen Fachkräften erfordert nach Ansicht des Autors, dass Gender als Querschnittsthema in die Aus- und Weiterbildung für Fach- und Leitungskräfte in Kitas einfließt.

Leider fehlt eine konkrete Definition des für die Untersuchung verwendeten Genderbegriffs. Die Frage, welcher wissenschaftliche Erkenntnisgewinn sich aus der Sichtweise eines "professional battle" ergibt und wie er für die Praxis in Kitas und für die Gewinnung männlicher Fachkräfte genutzt werden könnte, wird nur sehr vage beantwortet.

Das Buch wendet sich an wissenschaftlich Interessierte, Studierende und Lehrende an Universitäten.

Der Autor:
Dr. phil. Nurdin Thielemann, Bildungsmanager der Stabstelle Bildung der Stadt Magdeburg

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Nurdin Thielemann
Männer im Kindergarten. Auf fremdem Territorium?
Budrich UniPress 2019
shop.budrich-academic.de

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