Gefahr für Babys durch Schütteln wird unterschätzt

7. Dezember 2017

Wie hoch der Aufklärungsbedarf in der Bevölkerung zum Schütteltrauma ist, zeigt eine aktuelle Repräsentativbefragung des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen (NZFH). Nur 79 Prozent der Befragten stimmen der Aussage zu, dass man Babys niemals schütteln darf. 24 Prozent der Befragten meinen irrtümlicherweise, dass Schütteln einem Baby nicht schade.

Wenn Eltern für einen kurzen Moment die Kontrolle verlieren und ihr schreiendes Baby schütteln, können sie ihm schwere Schäden zufügen, die zu körperlicher und geistiger Behinderung führen können. Zehn bis 30 Prozent der Kinder sterben sogar an den Folgen eines Schütteltraumas.

Im Auftrag des Bundesfamilienministeriums (BMFSFJ) hat daher das Nationale Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) zusammen mit dem "Bündnis gegen Schütteltrauma" eine Aufklärungskampagne über die Folgen des Schüttelns von Säuglingen und Kleinkindern initiiert.

Leider kommt es immer wieder vor, dass Babys durch Schütteln schwer verletzt werden, manche sogar sterben. Deshalb ist nach Ansicht des BMFSFJ Aufklärung für Eltern notwendig. Sie müssten wissen, wo sie Hilfe bekommen, wenn sie sich überfordert fühlen.

Das Wissen über frühkindliche Schreiphasen, die als Hauptauslöser für das Schütteln von Säuglingen gelten, ist in der Bevölkerung gering. Zwei Drittel der Befragten war nicht darüber informiert, dass es intensive Schreiphasen im Säuglingsalter geben kann. 18 Prozent der Befragten glauben sogar, dass Babys manchmal nur schreien, um zu ärgern. Deshalb ist es nach Ansicht des NZFH wichtig, dass Eltern von Babys, die viel schreien, gut informiert sind und wissen, wo sie rechtzeitig Unterstützung finden können.

23 Verbände, Vereine und Institutionen aus dem Gesundheitswesen, dem Kinderschutz und der Kinder- und Jugendhilfe haben sich dem "Bündnis gegen Schütteltrauma" angeschlossen.

Durch neue Informationsmaterialien werden den Eltern Wege aufgezeigt, wie sie mit der Situation besser umgehen können. Wichtige Anlaufstellen für Eltern, deren Baby viel schreit, sind die niedergelassenen Kinderärztinnen und Kinderärzte, Frühe Hilfen in den Kommunen sowie (Familien-)Hebammen. Aber auch Wohlfahrtsverbände, Vereine und Kinderkliniken bieten spezielle Beratungsangebote für Säuglinge mit Regulationsproblemen.

Für die Repräsentativbefragung "Bekanntheit und Wissen zu Schütteltrauma und Babyschreien in Deutschland 2017" wurden 1.009 Personen im Alter zwischen 16 und 49 Jahren im Mai 2017 befragt.


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Quelle: Pressemitteilung des NZFH vom 4. Dezember 2017
www.fruehehilfen.de/presse-buendnis-gegen-schuetteltrauma

Einen Aufklärungsfilm zum Schütteltrauma sowie Adressen von Beratungsstellen finden Sie unter: www.elternsein.info.

Auch im Niedersächsischen Kinderschutzportal finden Sie unter www.schuetteln-ist-lebensgefaehrlich.de Tipps für Eltern und Anlaufstellen zur Beratung und Hilfe für Eltern mit Schreibabys in Niedersachsen.

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