Netzwerktreffen Alleinerziehende zum Thema 'Väter'

Bei seinem 13. Netzwerktreffen am 16. August 2016 stellte das Netzwerk Alleinerziehende der Region Hannover das Thema "Väter" in den Mittelpunkt. Zwar sind rund 90 Prozent der Alleinerziehenden in Deutschland Frauen, doch Väter tragen nach der Trennung die finanzielle und erzieherische Verantwortung für die Kinder mit. In Referaten und beim fachlichen Austausch wurde deutlich, welche Konflikte sich für getrennt lebende Elternteile aus den derzeitigen Rahmenbedingungen und aus dem Rollenverständnis von Vätern und Müttern ergeben können und wo Lösungsansätze zu suchen sind.

Zum Auftakt des Treffens gab Netzwerkkoordinatorin Livia Taudien einen Überblick über die Netzwerkarbeit, aus der sich unter anderem drei Projekte aus den Bereichen Wiedereinstieg in den Beruf, Beratung zum Bildungs- und Teilhabepaket und die Idee des "Flatmating" für Single-Familien entwickelt haben.

Den Medien-Hype um die "neuen Väter" nahm danach der Journalist und Politikwissenschaftler Dr. Thomas Gersterkamp in seinem Vortrag kritisch unter die Lupe. Er zeigte, dass auch hinter den hohen Ansprüchen an heutige Väter nicht selten veraltete Rollenbilder vom Vater als Familienernährer stecken. Trennungssituationen erwiesen sich zudem häufig als geschlechterpolitisches Minenfeld voller emotionaler und finanzieller Konflikte. So gebe es auf dem Weg zum gelebten modernen Selbstverständnis von Vätern noch viel zu tun, auch wenn aktuelle familienpolitische Maßnahmen hier einen positiven Kulturbruch bewirkt hätten.

Birgit Behmann vom Team Unterhaltsvorschuss der Region Hannover informierte über den Unterhaltsvorschuss und die Wege, auf denen Väter oder gegebenenfalls Mütter zur Rückzahlung dieser Vorschusszahlung herangezogen werden können. Denn vor allem viele alleinerziehende Mütter geraten aus verschiedenen Gründen in finanzielle Schwierigkeiten, wenn die Väter keinen oder nur wenig Unterhalt für ihre Kinder zahlen wollen oder können. 75 Prozent der alleinerziehenden Mütter sind in dieser Situation.

Axel Hengst vom Verein mannigfaltig e.V. stellte abschließend Beispiele für aktivierende Väterarbeit in Niedersachsen vor, zu denen Vater-Kind-Angebote von mannigfaltig ebenso gehören wie das Projekt "Papa spielt mit!" und das Vätermobil Niedersachsen.

In der lebhaften Diskussion zeigte sich, dass die Rahmenbedingungen für Trennungsfamilien noch schwierig sind. Vor allem im Sinne der betroffenen Kinder benötigen getrennt lebende Väter und Mütter weiterhin besondere gesellschaftliche und politische Unterstützung.


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Kontakt:
Koordinierungsstelle Alleinerziehende der Region Hannover
Livia Taudien
Telefon 0511 / 61 62 12 58
livia.taudien@region-hannover.de
www.hannover.de

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