Wegstrecken zum Job: Väter halten an ihrem Pendelverhalten fest

8. Oktober 2018

Wie stark das familiäre Umfeld den Pendelweg beeinflusst, zeigt eine Untersuchung, die das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB) in Wiesbaden jetzt veröffentlicht hat. Demnach legen kinderlose Männer und Frauen für den Job in etwa gleich lange Wegstrecken zurück.

Mit der Geburt des ersten Kindes kommt es dann zum Einschnitt: Während Väter an ihrem gewohnten Pendelverhalten festhalten, reduzieren Mütter die Wegstrecke zum Arbeitsplatz deutlich, sobald sie nach der Babypause wieder in den Job zurückkehren. So beträgt die durchschnittliche Wegstrecke zur Arbeit von Frauen vor der Geburt rund 17 km, danach sinkt sie auf rund 13 km ab. Vor allem Mütter mit langen Pendelstrecken entscheiden sich nach der Rückkehr in den Beruf häufig für einen neuen Arbeitgeber, der näher am Wohnort gelegen ist. Als Grundlage der Untersuchung dienten Daten des Sozio-oekonomischen Panels, für die rund 1.500 Erwerbstätige vor und nach der Geburt ihres ersten Kindes zum Pendelverhalten befragt wurden.

Noch deutlicher werden die Ergebnisse bei regionaler Differenzierung. So reduzieren Frauen in Westdeutschland nach der Geburt des ersten Kindes die Pendeldistanz sehr viel stärker als ostdeutsche Mütter. "Im Westen suchen sich viele Mütter nach der Rückkehr in das Erwerbsleben einen näher am Wohnort gelegenen Arbeitsplatz. Dieser Wechsel kann mit Lohneinbußen oder Karrierebrüchen einhergehen", erklärt der Soziologe Dr. Thomas Skora vom BiB. Neben Unterschieden bei kulturell verankerten Vorstellungen von Mutterschaft, könnten die bessere Verfügbarkeit von Ganztagsbetreuungsangeboten sowie die schwierigere Arbeitsmarktlage in Ostdeutschland dazu beitragen, dass Mütter größere Distanzen zum Arbeitsplatz in Kauf nehmen.


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Quelle: Pressemitteilung Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung, 31.08.2018
www.bib.bund.de

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