Die Trennung der Eltern und die Folgen für die Familie

Die Partnerschaft und das Vater-Kind-Verhältnis sind zwei unterschiedliche Subsysteme der Familie. Bei der Trennung löst sich die (Ehe-)Partnerbeziehung auf, beide bleiben aber Eltern ihrer Kinder. Wie jedes andere System auch, verändern sich nach der Trennung die Beziehungen. Sofern der Kontakt zu beiden Elternteilen bestehen bleibt, können der mütterliche und der väterliche Haushalt für die Kinder zu Teilen eines neuen Familiensystems werden. Die Getrenntlebenden werden sich auch weiterhin über die Erziehung ihrer Kinder verständigen. Nicht immer kann die Elternrolle von der Partnerrolle getrennt und die Kinder aus Konflikten herausgehalten werden.

Nach der Trennung hat nun der Vater oder die Mutter mehr oder weniger die alleinige Verantwortung für die Kinder. Es besteht in dieser Situation die Gefahr, dass ein Elternteil ihre ganze Liebe auf die Kinder überträgt, um die eigene innere Leere zu füllen. Vor allem Eltern, die selbst Trennungen oder Abwesenheiten von Elternteilen in ihrer Kindheit erlebt haben, können auf den Beziehungsverlust mit ängstlichen, klammernden oder auch überbehütenden Erziehungsverhalten reagieren. So kann es leicht zu symbiotischen Beziehungen kommen. Manchmal werden Kinder auch zu Ersatzpersonen gemacht und abhängig gehalten, weil sie als Vertraute oder Gesprächsperson benötigt werden.

In anderen Fällen kann es zur Vernachlässigung der Kinder führen. Einige Ursachen:

  • Ein Elternteil ist (wieder) erwerbstätig. Nun hat dieser möglicherweise weniger Zeit für die Kinder. Durch die neuen Lebensumstände können der Vater oder die Mutter überlastet und gestresst sein oder mit weniger Geduld reagieren.
  • Ein Elternteil ist sehr mit sich selbst beschäftigt, so dass er die Bedürfnisse der Kinder nicht mehr wie gewohnt erfüllen kann. Zuneigung, Liebe und Ermutigung für das Kind können da ausbleiben. Auch können depressive Stimmung oder psychische Störungen infolge der Trennung auftreten. In diesen Fällen werden oft ältere Kinder mit einbezogen, um einen großen Anteil an Hausarbeit und Erziehung jüngerer Geschwister zu übernehmen.

Viele Eltern erwarten, dass sich ihre Kinder nach der Trennung normal weiterentwickeln. Sie haben aber auch Schuldgefühle und versuchen, negative Folgen zu kompensieren. Vielleicht möchten sie gerade jetzt perfekte Eltern sein, um negative Selbstwertgefühle auszugleichen oder um ihre Stärken gegenüber dem ehemaligen Partner oder der ehemaligen Partnerin herauszustellen.

Demgegenüber leiden viele Kinder unter Loyalitätskonflikten. Sie lieben beide Elternteile und wollen es allen recht machen. Der starke Druck dieser psychischen Konflikte wird unterschiedlich verarbeitet - von verstärkter Zuwendung über Ablehnung von Gesprächsangeboten bis hin zum inneren Rückzug.

Beratung und Unterstützung
Die Trennungsphase zu bewältigen, sich an die neuen Lebensumstände zu gewöhnen, kann sowohl für die Eltern als auch für die Kinder ein schwieriger und auch langer Prozess sein. Hier können Betroffene kostenlose Unterstützung durch Beratungsstellen in Anspruch nehmen:

  • www.dajeb.de | Online-Suche Beratungsstellen
    Die Deutsche Arbeitsgemeinschaft für Jugend- und Eheberatung e.V. bietet auf ihrer Website unter "Beratungsführer online" eine Beratungsstellensuche nach Ort und Postleitzahl an. So finden Kinder, Jugendliche und Erwachsene Erziehungs-, Ehe-, Familien- und Lebensberatungsstellen vor Ort.



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