Gewaltfreie Erziehung

Kinder machen es uns nicht leicht - das ist auch nicht ihre Aufgabe. Sie fordern uns manchmal mit der ganzen Person heraus und das ist gut und wichtig. Wenn Väter und Mütter dann an die eigenen Grenzen gelangen, muss Gewaltfreiheit trotzdem oberstes Prinzip des Erziehungsverhaltens sein.

Jedoch bedeutet Gewaltfreiheit nicht nur, auf körperliche Gewalt wie Ohrfeigen oder Schläge zu verzichten. Gewaltfrei zu erziehen meint auch

  • das Kind vor seelischen Verletzungen in Form von beleidigenden Beschimpfungen, Missachtung, Demütigungen und Vernachlässigung zu bewahren,
  • auf angstauslösendes Anschreien und Verhalten sowie auf eine herabsetzende Sprache zu verzichten,
  • das Kind nicht mit Schweigen oder mit Liebesentzug zu bestrafen.

Diesen Grundsatz des gewaltfreien Erziehens einzuhalten und immer angemessen auf das Verhalten des Kindes zu reagieren, kann Vätern und Müttern in manchen Situationen schwer fallen. Vor allem dann, wenn

  • berufliche und/oder private Probleme zu Überforderung, Wut oder Hilflosigkeit führen,
  • strukturelle Probleme wie Arbeitslosigkeit in Perspektivlosigkeit und Existenzangst münden,
  • mangelnde Einbindung in soziale Netze - Familie, Freundeskreis oder Nachbarschaft - Vereinsamung nach sich zieht.

Diese Probleme und auch die eigene Unsicherheit über den "richtigen" Erziehungsstil können gewalttätiges Verhalten - ob gewollt oder ungewollt - in der Kindererziehung auslösen. In vielen Fällen erzeugt gewalttätiges Verhalten gegenüber dem Kind Scham und Hilflosigkeit. Hier können und müssen Unterstützungsangebote von außen einsetzen.

Angeboten wird dies von den öffentlichen und freien Trägern der Kinder- und Jugendhilfe, Trägern der Freien Wohlfahrtspflege sowie von den Kirchen mit ihren Beratungsdiensten, Erziehungsberatungsstellen und Betreuungseinrichtungen.

Elternbildungsprogramme
Informationen über die verschiedenen Elternbildungsprogramme zur Stärkung der Erziehungskompetenz finden Sie im Niedersächsischen Familienportal.

Erziehungslotsen
Die Website www.erziehungslotsen.de informiert über das Niedersächsische Projekt Erziehungslotsen zur Unterstützung bei Erziehungs- und Alltagsproblemen.

Online-Beratung
Unter www.bke-beratung.de bieten ausgebildete Fachkräfte eine kostenlose Beratung in Form von Einzelberatung, offener Sprechstunde oder Gruppenchat an.

Erziehungsberatungsstellen
Eine Erziehungsberatungsstelle bei Ihnen vor Ort finden Sie mit dem online Beratungsführer unter www.dajeb.de.

Familienbildungsstätten
Auch die Familienbildungsstätten bieten Unterstützung und Beratung zur Stärkung der Erziehungskompetenz an. Einen Überblick über die niedersächsischen Familienbildungsstätten bietet Ihnen die Aktionslandkarte im Niedersächsischen Familienportal.



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Übrigens!
Das Recht des Kindes auf gewaltfreie Erziehung ist seit November 2000 gesetzlich verankert. In § 1631 Absatz 2 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) heißt es dazu:
Kinder haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung. Körperliche Bestrafung, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen sind unzulässig.

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