Veränderungen in der Vater-Kind-Beziehung

Nach Trennung und Scheidung verändert sich das Verhältnis zwischen Kindern und dem abwesenden Elternteil besonders stark. Der Alltag wird in der Regel nicht mehr zusammen gelebt, ein gemeinsames Wiedersehen ist meistens zeitlich begrenzt. Bis heute ist es überwiegend der Vater, der gewollt oder ungewollt abwesend ist. Wie gehen Väter, wie gehen die Kinder mit der neuen Lebenssituation um?

Wie erleben Väter die Trennung?
Viele Väter erleben die Trennung von ihren Kindern als verletzend und entwickeln gegenüber den Kindern Schuldgefühle. Viele glauben, als Vater versagt zu haben, auch vermissen sie die Nähe der Kinder. Vielleicht bereuen sie zudem, dass sie bisher so wenig mit ihnen unternommen haben. Sie verspüren starken Schmerz und haben Angst, dass sie bald von ihren Kindern vergessen werden. Sie beginnen plötzlich, sich ihnen intensiv zu widmen. Dabei stellen sie häufig fest, dass sie bei Besuchen wenig mit ihren Kindern anfangen können. Sie verbringen viel Zeit auf Spiel- oder Sportplätzen, in Restaurants, im Kino oder im Zoo.

Väter, die vor der Trennung wenig Erfahrung mit ihren Kindern gesammelt haben, bitten vielleicht Großeltern oder befreundete Familien um Hilfe. Manchmal lernen sie erst jetzt den intensiven Umgang mit ihren Kindern kennen. Sicher gibt es da auch Väter, die dann bemerken, dass die Kinder während des gemeinsamen Wiedersehens gelangweilt und unzufrieden sind. Dies kann darin münden, die Bemühungen um die Kinder aufzugeben, wenn zum Beispiel das Umgangsrecht strittig wird.

Väter, die vor der Trennung viel Zeit mit ihren Kindern verbrachten, erleben besonders starke Verlust- und Einsamkeitsgefühle. Sie halten die enge Beziehung zu ihren Kindern. Sie richten in ihrem neuen Lebensumfeld ein Kinderzimmer ein, integrieren ihre Kinder in ihr normales alltägliches Leben, kümmern sich um soziale Kontakte in KiTa und Schule. Sie nehmen sich Zeit für Sorgen und Freuden des Kindes. Diese Väter erleben die Kinder oft als Quelle emotionaler Unterstützung.

Wie erleben Kinder die Trennung?
Für das Kind ist die Trennung vom Vater (als abwesender Elternteil) ein besonders großer Verlust. Wenn Kinder noch recht jung sind und eine intensive Beziehung zum Vater hatten, kann sich die Trennung auch negativ auf das Seelenleben des Kindes auswirken. Wenn möglich, sollte deshalb der Kontakt zum Kind erhalten bleiben. Wichtig ist dabei, dass der Kontakt möglichst regelmäßig gestaltet wird, so dass das Kind die Sicherheit hat, den abwesenden Elternteil in bestimmten Zeitabständen wieder zusehen.

Bei stark eingeschränktem Kontakt kann es in vielen Fällen zur Entfremdung zwischen Vater und Kind kommen. Darüber hinaus führt stark eingeschränkter Kontakt nicht selten zur Idealisierung des abwesenden Elternteils. Im Gegensatz dazu, kann der Vater zum Negativmodell gemacht werden. Die positiven Erfahrungen werden verdrängt und der abwesende Vater wird abgelehnt.

Sichtbar wird also, dass sowohl für den Vater als auch für das Kind eine Trennung zu großer Umstellung im Alltag, großer Verunsicherung und Verlustängsten führen kann. Hier ist es hilfreich, Hilfe und Unterstützung von außen anzunehmen. Kostenlos angeboten wird dies von Erziehungs- und Familienberatungsstellen. Die Website des Landes Niedersachsen bietet eine Suche nach Beratungsart und Wohnort an.

Zusätzlich steht auf der Website der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Jugend- und Eheberatung e.V., www.dajeb.de, eine Suche nach mehr als 14.600 Beratungsstellen zur Verfügung.



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