Väterfreundlicher Kindergarten durch aktive Väterarbeit

Immer mehr Kindergärten und Kindertagesstätten gehen aktiv auf die Väter zu und entdecken sie als eigenständige Zielgruppe und als Partner in Erziehung und Bildung. Mit großem Engagement und methodischer Phantasie unterstützen Einrichtungen Väter bei ihrer Erziehungsarbeit und bei der Suche nach einer aktiven Vaterrolle. Dabei ist der Einrichtung bewusst, wie unterschiedlich (soziale) Vaterschaft gelebt werden kann und wird.

Viele entwicklungspsychologische Untersuchungen zeigen, dass der Kontakt zu beiden Eltern für Kinder wichtig ist. In der Regel verbringen Väter weniger Zeit mit Kindern als Mütter. Aktive Väter sind daher auch im Kindergarten gern gesehen.

Wie könnte denn aktive Väterarbeit in Kindertageseinrichtungen konkret aussehen?
Väter werden in die intensive und dialogische Erziehungs- und Bildungspartnerschaften einbezogen:

  • Schon zum Anmeldegespräch werden beide Elternteile eingeladen und es wird ein Termin vereinbart, wo beide kommen können. Dasselbe gilt natürlich auch für spätere Elterngespräche.
    • Bei der Anmeldung werden die Namen, Anschriften und Telefonnummern getrenntlebender, geschiedener oder unverheirateter Väter, aber auch von Stiefvätern und von Lebenspartnern, die die soziale Vaterrolle weitgehend ausüben, erfasst. So werden beide Elternteile gleichermaßen angesprochen.
    • Elternbriefe, Plakate, Einladungen und andere Schriftstücke richten sich an Mütter und Väter.
  • Durch aktives Zugehen auf Väter beim Bringen oder Abholen von Kindern wird auf eine vätergerechte Kommunikation geachtet und im Gespräch mit dem Vater genutzt.

  • Durch die Darstellung ihrer Möglichkeiten, Begabungen und Talente wird die Einbindung von Vätern in den Alltag des Kindergartens gefestigt.

  • Spezielle Väter-Aktivitäten erhöhen die Bindung zum Kind und zur Einrichtung.
    • Vater-Kind-Zeit: "Voneinander lernen"
    • Väterabend in Ergänzung zum Elternabend
    • Vater-Kind-Wochenende
    • Vätergruppe

  • Die paritätische Besetzung der Elternvertretung und des Vorstandes erleichtern die väterliche Sicht in die Planung von pädagogischen Konzepten, Elternabenden, Festen, Aktivitäten und Einladungsschreiben.

In der Öffentlichkeitsarbeit sollte auf den väterfreundlichen Kindergarten in Bild und Schrift hingewiesen werden (online und print Medien).

Ein väterfreundlicher Kindergarten oder eine väterfreundliche Krippe und Kindertagesstätte fördert und integriert die Ressourcen des gesamten, erweiterten Familiensystems in den Bildungs- und Erziehungsauftrag und versteht sich nicht als additive und isolierte Förderung der frühkindlichen Entwicklung.

Aktive Väterarbeit fällt leichter, wenn männliche pädagogische Mitarbeiter bereits eine Fortbildung für die Arbeit mit Vätern absolviert haben.

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