Väterfreundliche Personalpolitik

Über Väterfreundlichkeit zu reden ist das eine, konkrete Schritte zur Entwicklung einer entsprechenden Unternehmenskultur einzuleiten, ist das andere - und auch schwierigere. Wie finden also Unternehmen den Weg zu einer väterfreundlichen Personalpolitik?

Zunächst spielen die privaten Rahmenbedingungen eine wichtige Rolle. Wenn Unternehmensleitungen die familiäre Situation der Väter bewusst wahrnehmen und persönliche Anliegen in erster Linie als Ressource und weniger als Hindernis betrachten, kann eine für beide Seiten zufrieden stellende Lösung gefunden werden.

Eine wichtige Grundlage für die Formulierung einer väterbewussten Personalpolitik ist die Ermittlung der tatsächlichen Bedarfe und der Situation von Vätern in Ihrem Unternehmen. Dies kann zum Beispiel durch ein Väter-Audit geschehen. Je nach Bereich wird bei einem Audit (von lat. Anhörung) zunächst der Ist-Zustand analysiert. Dies kann erfolgen durch:

  • moderierte Gespräche in einer Fokusgruppe
  • qualitative Interviews mit Vorgesetzten
  • quantitative Befragungen von Vätern

Befragungen von Berufstätigen Vätern mit Kindern haben folgende Wünsche und Vorstellungen ergeben:

  • Eine Art Generalschlüssel für aktive Väter sind Angebote des Unternehmens, die Arbeit zeitlich und/ oder räumlich zu flexibilisieren.
  • Väter sind in der Regel weniger daran interessiert, ihre Arbeitszeit dauerhaft erheblich zu reduzieren. Vielmehr haben sie ein Interesse an kurzfristigen und flexiblen Reduzierungen und Verschiebungen der Arbeitszeit oder des Arbeitsorts, um sich in der Familie zu engagieren.
  • Väter wollen keine negativen Konsequenzen befürchten müssen, wenn sie ihr zeitliches Engagement für die Familie ausdehnen.
  • Für den Fall einer Frühgeburt hilft dem Vater das Angebot seines Unternehmens, Arbeitszeit und -ort weitgehend selbstständig festlegen zu können.
  • Beschäftigte Väter sind vielfach bereit, nach einem Nachmittag mit den Kindern auch noch abends im Büro oder im Homeoffice weiter zu arbeiten.

Für eine väterfreundliche Personalpolitik in Unternehmen ist es hilfreich, wenn für Führungskräfte die Balance zwischen Kindererziehung und Berufsalltag ebenso ein Thema ist. So kann für die Unternehmensleitung aktive Vaterschaft in der betrieblichen Praxis an Bedeutung gewinnen.
(hgn)

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Kosten einer väterunfreundlichen Personalpolitik
Kosten durch eine väterunfreundliche Personalpolitik entstehen vor allem als

  • Motivationskosten: Die Motivation wird durch strukturelle Missachtung der Vereinbarkeitsbedürfnisse von Vätern beeinträchtigt.
  • Fluktuationskosten: Qualifizierte Beschäftigte verlassen das Unternehmen und nehmen ihr Wissen mit.
  • Besetzungskosten: Führungskräfte müssen von außen akquiriert werden, da bereits Beschäftigte höhere Positionen ausschlagen, um zusätzlichen Belastungen zu entgehen. Weitere Kosten entstehen auch dadurch, dass die Stelle mit suboptimalen internen Mitarbeitern besetzt werden muss, da der optimale Kandidat nicht gefunden wurde.

Hier finden Sie ein Rechenbeispiel für die Kosten einer väterunfreundlichen Personalpolitik.

Webtipp zum Thema
www.igs-beratung.de | Auf der Website der IGS Organisationsberatung finden Sie die Ergebnisse der bislang durchgeführten Befragungen und Hinweise auf die Publikationen von Marcus Schmitz, Geschäftsführer der IGS Organisationsberatung.
(hgn)

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