Das Regenbogenväterbuch

17. November 2020

Das-RegenbogenvaeterbuchDas Regenbogenväterbuch wendet sich als Ratgeber und Leitfaden an Männer, die Vaterschaft in Regenbogenkonstellationen planen oder erleben. Und genauso lesenswert ist es für Frauen, die Regenbogenfamilien besser kennenlernen möchten.

Der Kinderwunsch ist für schwule Männer ein Projekt mit vielen Facetten, die in den Beiträgen des Buches zahlreich aufscheinen.

Die Pflegevaterschaft ist ein möglicher Weg, mit der leiblichen Vaterschaft sind andere Herausforderungen verbunden. Datings mit Frauen und das Suchen nach gemeinsamen Wegen zu einem einvernehmlichen Umgang mit dem Kind gehören dazu. Das Leben in einer Regenbogenfamilie kann auch schwule Partnerschaftskonzepte verändern. Bei der Familienplanung gibt es also vieles zu bedenken, ein Leitfaden im Buch hilft dabei.

Auch das Kinderzeugen wirft bei schwulen Männern neue Fragen auf, die mit der Sorge um die eigene Fruchtbarkeit und mit möglichen Zeugungsmethoden zu tun haben, und auch mit der Frage: Wie spreche ich mit meinem Kind über seine Zeugung?

Während der Schwangerschaft und der Geburt haben die Eltern Zeit, um die gewünschte Nähe und Distanz zueinander zu entwickeln. Im Interview macht eine Frauenärztin Mut dazu, denn sie sieht in der Elternschaft von lesbischen Müttern und schwulen Vätern eine Chance für "bessere" Väter.

Und dann ist er da - der Alltag eines Regenbogenvaters. Auch hier bietet das Buch interessante Einblicke vom Co-Parenting über die Herausforderungen des Patchworkens mit vielen Übergabesituationen bis hin zum Verhältnis schwuler Väter zur evangelischen und katholischen Kirche und umgekehrt.

Konflikte in Regenbogenfamilien sind vor allem dann schwer zu lösen, wenn sie ideologisch aufgeladen werden. Das Gegeneinander von Lesbisch-Sein und Schwul-Sein kann dabei persönliche Enttäuschungen und tiefsitzende heteronormative Rollenvorstellungen auf beiden Seiten zu Tage fördern. Damit Kinder nicht in Loyalitätskonflikte geraten, ist es Aufgabe der Erwachsenen, auch harte Konflikte zu deaskalieren, die Kinder herauszuhalten und nicht zu instrumentalisieren.

Denn unabhängig von der gewählten oder gewünschten Vaterrolle bedeutet das Vatersein, Verantwortung zu übernehmen um einen Menschen fürsorglich durchs Leben begleiten zu können. Diese klare Haltung zieht sich durch das Regenbogenväterbuch und gibt dem sehr emotionalen Thema die richtige Balance.

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Gianni Bettucci/ Sören Kittel/ Ulrich Michael Heissig/ Alexander Schug (Hrsg.)
Das Regenbogenväterbuch
Omnino-Verlag 2020
www.omnino-verlag.de

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