Bundesforum Männer fordert: Männerpolitik gehört in den Koalitionsvertrag

Bundesforum-Maenner

Das Bundesforum Männer fordert aus Anlass der Koalitionsverhandlungen zwischen CDU/CSU und SPD von der zukünftigen Bundesregierung, Männer als gleichstellungspolitische Akteure in allen Politikfeldern stärker einzubeziehen. Der Verband erwartet bei den Themen Vereinbarkeit, Familienpolitik, Gesundheit sowie Gewalt gleichstellungsorientierte männerpolitische Maßnahmen.

Bessere Rahmenbedingungen für Vereinbarkeit, Familien und Väter

Sorge- und Erwerbsarbeit sind zwischen Frauen und Männern nach wie vor ungleich verteilt. Nötig ist nach Ansicht des Bundesforums Männer eine Gleichstellungspolitik, die strukturelle Benachteiligungen und Geschlechterstereotype abbaut und Männern mehr Zeit für Familie, Hausarbeit und Pflege verschafft. Dazu gehören eine zweiwöchige Vaterschaftsfreistellung nach der Geburt mit Lohnfortzahlung, eine bedarfsorientierte Familienarbeitszeit mit Rückkehrrecht auf Vollzeit, Abbau der steuer- und sozialrechtlichen Anreize für das traditionelle Ernährermodell sowie verbesserte Rahmenbedingungen für pflegende Angehörige.

Es müssten die Voraussetzungen verbessert werden, dass Eltern in Nachtrennungsfamilien weiterhin gemeinsam Verantwortung für ihre Kinder übernehmen können. Dazu sollte die Position von getrennten Vätern mehr in den Blick genommen und das Wechselmodell als eine mögliche Umgangs- und Betreuungsform neben anderen gestärkt werden. Insgesamt brauche es eine größere Anerkennung und Unterstützung aller Formen von Familie, in denen langfristige Verantwortung für Kinder übernommen wird.

Regelmäßiges Berichtswesen zu Männergesundheit

Männer haben ein anderes Gesundheitsverhalten und einen anderen Bedarf an Gesundheitsangeboten als Frauen. Die wissenschaftliche Datenlage und -qualität zu Ursachen und Hintergründen ist unzureichend. Das Bundesforum Männer fordert eine regelmäßige Männergesundheitsberichterstattung und den Ausbau gendersensibler Präventions-, Beratungs- und Unterstützungsstrukturen für Jungen und Männer.

Schutz für männliche Opfer von Gewalt

Männer müssen beim Thema Gewalt nicht nur als Täter, sondern auch als Betroffene verstanden werden. Das Bundesforum Männer plädiert dafür, den Gewaltschutz für Frauen zu stärken. Zugleich brauche es auch Hilfestrukturen für Männer, die nicht mehr Täter sein wollen, oder die selbst Opfer von Gewalt geworden sind. Das Bundesforum Männer fordert eine Studie über Gewaltbetroffenheit von Männern und die Schaffung flächendeckender Schutz- und Beratungsangebote für beispielsweise von Partnerschaftsgewalt betroffene Männer.

Das Bundesforum Männer, Interessenverband für Jungen, Männer & Väter e.V., ist ein Dachverband von derzeit 32 bundesweit tätigen Organisationen. Grundprinzip der gemeinsamen Arbeit ist Geschlechtergerechtigkeit.

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Quelle: Pressemitteilung Bundesforum Männer vom 22. Januar 2018
bundesforum-maenner.de

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