Niedersächsisches Kultusministerium

MK-NdsDas Niedersächsische Kultusministerium ist zuständig im Rahmen des Niedersächsischen Gesetzes über Tageseinrichtungen für Kinder (KiTaG) sowie dem Niedersächsischen Schulgesetz (NSchG). Mehr dazu finden Sie auch unter www.mk.niedersachsen.de und www.genderundschule.de.


Im Kurzinterview: Barbara Kubesch

Barbara-Kubesch_MKBarbara Kubesch vertritt im Landesarbeitsforum "Aktive Vaterrolle" das Niedersächsische Kultusministerium, das im Rahmen des Niedersächsischen Gesetzes über Tageseinrichtungen für Kinder (KiTaG) sowie dem Niedersächsischen Schulgesetz (NSchG) zuständig ist. Dazu gehört unter anderem auch die Ausbildung von Erzieherinnen, Erziehern und Lehrkräften.

Zum Zuständigkeitsbereich des Niedersächsischen Kultusministeriums zählen außerdem die Themen Bildungs- und Entwicklungschancen von Jungen (und Mädchen) im Elementarbereich, Gender Mainstreaming sowie Ausbildungsinhalte.

Frage: Welche Anknüpfungspunkte ergeben sich aus dem fachlichen Austausch im Landesarbeitsforum "Aktive Vaterrolle" für die Arbeit des Niedersächsischen Kultusministeriums?
Das Handlungskonzept "Zukunftsorientierte Väterpolitik in Niedersachsen" enthält die relevanten Ansatzpunkte für das Kultusministerium, wie z.B.:

  • Berufsorientierung mit dem Fokus, dass junge Frauen und Männer motiviert werden, ihre Interessen an Berufen zu leben, die als "männertypisch" oder "frauentypisch" klassifiziert sind und für die sie quasi das "falsche Geschlecht" haben;
  • konkreter, dass mehr junge Männer für die Arbeit als Erzieher in den Kindertagesstätten und als Lehrer in den Grundschulen motiviert werden;
  • dass in der Aus- und Fortbildung die Erzieherinnen und Erzieher und der Lehrkräfte noch stärker für die Genderfrage sensibilisiert werden, damit auch in den wichtigen staatlichen Erziehungsinstitutionen nicht unbewusst die Geschlechterrollen verfestigt werden;
  • Und auch der kritische Blick auf Schulbücher und andere Lehrmaterialien, die Geschlechterklischees bedienen.

Frage: Wie sehen Sie die Rolle der Väter in Familien heute?
Ich würde mich freuen, wenn mehr Väter aktiv ihren Beitrag zur Erziehung der Kinder leisten, denn in der jetzigen (überwiegenden) Realität vermitteln sich die Geschlechterstereotypen weiter: Mutter ist für die Kinder zuständig und Vater geht zur Arbeit. Diese "Vorbilder" sind nicht nützlich, um zu einer wünschenswerten gleichberechtigten Partizipation von Müttern und Vätern in der Kindererziehung zu gelangen.

Frage: Wie können Väter in Bildungsinstitutionen wirkungsvoll angesprochen werden?
Es gibt ja schon Ansätze, in denen dies gelingt: z.B. der Zukunftstag, zu dem auch Väter ihre Kinder an ihre Arbeitsstätte mitnehmen oder Unterrichtsprojekte, in denen Väter und Mütter ihre Berufe vorstellen. Väter werden auch bei Schul-/ Klassen- oder Kitafesten einbezogen, wenn es um Mit- Mach- Aktionen geht, da wäre es allerdings auch wünschenswert, wenn nicht traditionell ausschließlich die Mütter backen und die Väter die Fußballgruppen betreuen. Diese Einbeziehung der Väter und Mütter in schulische oder Kindergartenaktivitäten in der Form, dass Aufgaben sowohl von Männern als auch von Frauen wahrgenommen werden, um das Signal zu geben, es geht nicht um das soziale Geschlecht, sondern um die Kompetenzen oder Interessen von Menschen unabhängig vom Geschlecht, ist sicher noch ausbaufähig.

Frage: Welche Unterstützung benötigen junge Familien und insbesondere junge Väter aus Ihrer Sicht?
Ich gehe davon aus, dass die Sozialisationsinstanzen Kindertagessstätten und Schulen in der Erziehung die schon genannten Impulse geben können, aber wirkmächtiger sind die Arbeitsbedingen, bei denen wir die Ansätze zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf noch stärker forcieren müssen. Der Idealfall, dass bei einem Ehepaar beide denselben Beruf haben und sich für die Jahre der Kinderbetreuung einen Arbeitsplatz teilen, ist ja sehr selten, also müssen alle Betriebe angehalten werden tatsächlich mehr Teilzeitangebote für Männer und Frauen zu schaffen und ein System zu etablieren, das nicht zum "Karriereende" führt, wenn eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter mehr Zeit für die Kindererziehung haben möchte.
Die gesellschaftliche Anerkennung der Kindererziehung als gesellschaftlich wertvolle Arbeitsleistung wäre schon ein guter Anfang.

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Kontakt
Niedersächsisches Kultusministerium
Barbara Kubesch
Schiffgraben 12
30159 Hannover
Telefon: (0511) 120 71 26
barbara.kubesch@mk.niedersachsen.de

Niedersächsisches Kultusministerium
Monika Sommer
Telefon: (0511) 120 73 41
monika.sommer@mk.niedersachsen.de

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