Landesarbeitsgemeinschaft Jungenarbeit

LAG-JuNiDie LAG Juni versteht sich als Kontaktstelle für den Fachdialog im großen Feld der Jungenarbeit unter allen Trägern der Kinder- und Jugendhilfe und Schule sowie Fachkräften aus Praxis und Wissenschaft. Die LAG JuNi setzt sich für den Erhalt und den Ausbau geschlechtsbezogener Angebote ein sowie für eine politische Anerkennung und Förderung durch ausgewiesene Finanzmittel.

Aus dem Blickwinkel der fachlichen Jungenarbeit mit ihren Anknüpfungspunkten in der Männer- und Väterarbeit tragen wir dazu bei, die kommende Generation von Vätern in den Blick zu nehmen und ihre Themen einzubringen. Außerdem beziehen wir die Rückwirkungen der verantwortlichen Vater-Rolle auf die Jungen mit ein. Denn wir meinen: Väter stehen für Jungen immer Modell - so wie Väter sich zeigen, wie Väter handeln und ihr Leben gestalten, ist für Jungen Vorbild und zeigt ihnen damit Wege auf, tragfähige Veränderungen anzunehmen.


Im Kurzinterview: Christoph Grote

Christoph-Grote_LAG-JuNiChristoph Grote vertritt im Landesarbeitsforum die Landesarbeitsgemeinschaft Jungenarbeit Niedersachsen (LAG JuNi).

Frage: Welche Aspekte der Jungenarbeit sind aus Sicht der der LAG JuNi für die Arbeit im Landesarbeitsforum "Aktive Vaterrolle" besonders wichtig?
Jungenarbeit will alle Jungen* mitnehmen, sich auf ihrem Weg zum Mann-Sein auszuprobieren, sich selber besser kennenzulernen, suchend neue Antworten für sich zu finden und dabei verantwortlich mit sich und anderen zu sein. Dafür brauchen Jungen* Menschen, auch als Väter, als väterliche Begegnungspartner, als soziale Väter, als Männer*. Väter, die Modell sein können für die unterschiedlichen Wirklichkeiten des Alltages und Väter, die sich in die Begegnungen mit den Kindern - Mädchen* wie Jungen* - offensiv begeben. Väter, die sich Zeit nehmen, Väter, die sich auf die Erlebniswelt der Kinder einlassen und Väter, die verantwortlich mit ihrem Vater-Sein auf allen Ebenen - im Beruf, in der Familie, in Freundschaften - umgehen.
Das Landesarbeitsforum sollte Bedingungen politisch wie projektbezogen befördern, so dass Väter dieses Gegenüber für Jungen* - und Mädchen* - sein können.

Frage: Wie sehen Sie die Rolle der Väter in Familien heute?
Die Rolle der Väter in Familien ist vielfältig und in Bewegung. Der Zugang zu dieser Aufgabe ist so unterschiedlich wie die Väter selber. Ein wichtiger Schritt für Entwicklung ist, dass es eine vorbehaltlose Bewertung der Aufgaben rund um die Familie braucht. Fürsorglichkeit z.B. in ihrer Buntheit ist zu wertschätzen; diese kommt von Vätern möglicherweise anders daher als angenommen, ist deswegen aber nicht weniger wertvoll.
Etliche Männer sind auf dem Weg ihre Verantwortung als Väter mit Selbstbewusstsein einzubringen - sie wollen Zeit mit der Familie und mit den Kindern verbringen. Sie wollen ihren eigenen Weg finden, Beziehung und Liebe zum Ausdruck zu bringen.

Frage: Welche Unterstützung benötigen junge Familien und insbesondere junge Väter aus Ihrer Sicht?
Es braucht eine gesellschaftliche Selbstverständlichkeit, dass Väterlichkeit in ihren unterschiedlichen Ausprägungen gewollt und unterstützt ist. Gesellschaftlich geht es um Teilzeitmöglichkeit, um Väterzeit, um Verantwortlichkeiten im Falle eines kranken Kindes und vielem mehr. Ganz praktisch beginnt es in der Jungenarbeit, Jungen in ihrer Lebens- und Berufsplanung zu begleiten, welches das Vater-Sein miteinbezieht. Väter in dem Moment der Schwangerschaft und der Geburt sind offen für Veränderung und Neues. Hier braucht es Angebote, Väter offensiv mit einzubinden, sie zu stärken ihre Rolle und dann die Bindung zum Kind sowie zu ihrer Rolle als Vater zu finden. Eine besondere Gruppe sind die sehr jungen Väter. Diese Gruppe muss in der Jugendhilfe stärker in den Blick genommen werden und Konzepte z.B. der Eltern-Kind-Einrichtung müssen auch wirklich auf Väter mitzugeschnitten sein.

Frage: Wie kann Väterarbeit in Niedersachsen sinnvoll weiterentwickelt werden?
Ich denke es braucht einen suchenden und sensiblen Blick für die Themen der Väter. Bildungs- und familienpolitische Themen müssen mit ihren Auswirkungen auf das Bild und die Möglichkeiten für Väter durchkämmt werden.
Es braucht Initiativen, Väter sichtbar werden zu lassen und sie auf ihren Wegen zu begleiten und es ist notwendig, Einrichtungen, Schulen und Vereine in ihrem Bemühen Vätern Raum zu geben zu unterstützen.


Anmerkung Christoph Grote
Das Sternchen* ist gesetzt, um deutlich zu machen, dass Menschen ihre Geschlechtlichkeit auch selbst definieren und mit Jungen* soll die Vielfalt einen Ausdruck bekommen.

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Kontakt
Landesarbeitsgemeinschaft Jungenarbeit (LAG JuNi)
Christoph Grote/ Olaf Jantz
Lavesstr. 3
30159 Hannover
Telefon (0511) 215 02 66
Fax (0511) 215 02 99
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