Was bleibt von der aktiven Vaterschaft, wenn die Elternzeit vorüber ist?

Die guten Vorsätze, sich mehr Zeit für die Familie, insbesondere für das Kind bzw. die Kinder zu nehmen, sind mit Sicherheit bei jedem Vater vorhanden. Mit der gleichen Sicherheit werden sie aber durch die Anforderungen des Alltags, den Erwartungen im Betrieb und andere "Zeitfresser" in Frage gestellt. Und nicht nur die Betreuung und Begleitung in der Entwicklung des Kindes braucht Zeit, auch in die Pflege der Partnerschaft muss investiert werden. Deshalb ist es wichtig, feste Zeiten für Aktivitäten mit den Kindern, für den Haushalt und die Partnerschaft einzuplanen.

Grundsätzlich gilt in jedem Fall, Sie können das, was Sie vorhaben, nur in enger Absprache mit Ihrer Partnerin realisieren. Gute Vaterschaft kann sich am besten auf der Grundlage einer ebenso gelingenden Partnerschaft entfalten; das gilt natürlich umgekehrt genauso.

Die guten Vorsätze beziehen sich in den meisten Fällen wohl darauf, mehr Zeit zu haben für

  • Ihre Kinder inkl. Begleitung in Kita, Schule, Freizeit
  • die Partnerschaft
  • die gemeinsame Erledigung der häuslichen Aufgaben
  • die Zeit für besondere (vielleicht auch eigene) Aktivitäten

Eine gute Voraussetzung dafür, dass die jeweiligen Vorsätze gelingen können, ist, sich klar zu machen, was sie im Alltagshandeln konkret bedeuten und diese Schritte im eigenen Tagesablauf und im Terminkalender fest einzuplanen. Um regelmäßig, auch unter der Woche, Zeit mit dem Kind verbringen zu können, planen Sie zum Beispiel tägliche, klar definierte (Spiel-)Zeiten mit dem Kind ein: Sie wissen, wann Sie Ihr Kind abends ins Bett bringen und vorlesen und an welchen Tagen Sie es in den Kindergarten, zur Schule oder zum Sport bringen bzw. abholen.

Für die anderen täglichen Routinen, insbesondere an Wochenenden ist es bedeutsam, dass das Kind einen Vater erlebt, der auch einkauft, abwäscht, putzt, manchmal auch traurig, erschöpft oder mutlos ist. Der körperlich, auch zum Schmusen oder Rangeln da ist und sich auf die Bedürfnisse des Kindes einlassen kann.

Neben den Zeiten im gemeinsamen Alltag ist es auch wichtig, besondere Aktivitäten mit dem Kind einzuplanen, zum Beispiel: dem Kind den Arbeitsplatz zeigen, einen Ausflug machen, an einem Vater-Kind-Wochenende teilnehmen.

Die Begleitung des Kindes in der Kindertageseinrichtung, in der Schule oder bei anderen Aktivitäten ist nicht nur unter terminlichen Aspekten zu betrachten. Die Teilnahme an Elternabenden im Kindergarten oder in der Schule, das Kennenlernen der Freundschaften des Kindes bietet Ihnen die Möglichkeit, sich mit anderen Vätern austauschen.

Die Kraft dafür, dies leisten zu können, können Sie aus den Zeiten schöpfen, in denen Sie etwas für sich selbst tun, die Kontakte zu Freundinnen und Freunden sowie zu anderen Vätern pflegen und sich bei Bedarf Unterstützung und Hilfe holen.
Eine weitere Kraftquelle ist die Pflege der Partnerschaft. Auch hier ist es sehr hilfreich, Routinen einzuplanen und zum Beispiel einmal im Monat einen "Babysitterabend" zu organisieren, um sich etwas Schönes vorzunehmen. Dazu bestellen Sie am besten den Babysitter für ein Jahr im Voraus und kalkulieren die Ausgaben dafür fest im Haushaltsplan ein.

Ganz wichtig ist, die Aufteilung der Erwerbs- und Familienarbeit und die der oben angesprochenen Aktivitäten mit der Partnerin abzusprechen, die Einhaltung zu überprüfen und ggf. immer wieder neu auszuhandeln.

(hgn)

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