Meinungen zur Berufstätigkeit von Eltern liegen weit auseinander

Leidet ein Vorschulkind, wenn seine Mutter arbeitet? Und leiden Kinder, weil sich ihre Väter zu sehr auf die Arbeit konzentrieren? Diese Fragen stellte das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung Eltern in 14 europäischen Ländern sowie in Australien und Japan. Die Meinungen dazu liegen weit auseinander.

Wie weit, das konnten Ralina Panova vom Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung und Isabella Buber-Ennser vom Vienna Institute of Demography mit Hilfe des "Generations and Gender Survey" (GGS) zeigen. Über 80.000 Menschen im Alter bis zu 45 Jahren wurden für die Studie befragt. Eine Zusammenfassung der Ergebnisse hat die Zeitschrift Demografische Forschung veröffentlicht.

Arbeitende Mütter von Vorschulkindern werden demnach vor allem in Osteuropa kritisch gesehen. In Ungarn glauben vier von fünf Befragten, dass Vorschulkinder leiden, wenn ihre Mütter arbeiten. Auch in Georgien, Russland, Bulgarien, Polen und Litauen ist eine Mehrheit dieser Meinung. In Westdeutschland, das aufgrund der unterschiedlichen kulturellen Prägungen unabhängig vom Osten des Landes erfasst wurde, stimmten 46 Prozent der Befragten der Aussage zu. Auch in Frankreich, einem Land, in dem die Mütter sehr häufig schon früh wieder arbeiten, sind immerhin 41 Prozent der Befragten dieser Meinung. Vergleichsweise wenig Sorgen machen sich hierüber unter anderem Befragte in Ostdeutschland (19 Prozent Zustimmung).

Dabei waren es grundsätzlich eher die Männer, die bei der Erwerbstätigkeit von Frauen negative Konsequenzen für die Kinder fürchteten. Die Geschlechterunterschiede fielen in Norwegen sowie in Österreich und Westdeutschland sehr hoch aus. Auch in den meisten anderen Ländern hatten die Männer die traditionelleren Ansichten.

Der Aussage "Kinder leiden oft, weil sich ihre Väter zu sehr auf ihre Arbeit konzentrieren", stimmten vor allem Befragte in Ungarn, Polen und Österreich zu. In Norwegen, Rumänien und Australien wird die Rolle der Väter weniger kritisch gesehen. Dies könne daran liegen, dass viele Väter schon sehr viel Zeit mit ihren Kindern verbringen, aber auch daran, dass eine aktivere Rolle von Vätern gar nicht so stark gewünscht werde, so die Wissenschaftlerinnen.

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Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung: Von Rabenmüttern und Rabenvätern, In: Demografische Forschung 3/2016, S. 3, www.demografische-forschung.org

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