Niedersachsen-Monitor 2021

LSN_Statistisches-Landesamt-Nds_LogoDas Landesamt für Statistik Niedersachsen (LSN) hat den Niedersachsen-Monitor 2021 veröffentlicht. Er zeigt die Positionierung des Landes Niedersachsen insbesondere im Jahr 2020 auf und präsentiert erste Ergebnisse der Wirtschaft und des Arbeitsmarktes im Jahr 2021. Statistiken zum Thema Familie und Beruf sind in einem eigenen Kapitel dargestellt.

Einige Ergebnisse:

Kindertagesbetreuung der unter 3-Jährigen: Betreuungsquoten steigen weiter

In Niedersachsen wurden zum Stichtag am 1. März 2020 insgesamt fast 73.900 Kinder unter 3 Jahren in einer Kindertageseinrichtung oder öffentlich geförderten Kindertagespflege betreut. Gegenüber dem Vorjahr waren das gut 1.800 Kinder mehr (+2,6 %), die eine Kinderkrippe bzw. Tagespflegeeinrichtung besuchten. Die Betreuungsquote, bezogen auf alle gleichaltrigen Mädchen und Jungen, betrug 2020 in Niedersachsen 32,9 % und stieg damit um 0,8 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr. Dennoch ist das im Jahr 2013 politisch formulierte Ziel von 35 % noch nicht erreicht.

Ganztagsbetreuung der 3- bis unter 6-Jährigen deutlich gestiegen

In Niedersachsen wurden 2020 insgesamt knapp 84.500 Kinder im Alter von 3 bis unter 6 Jahren mit mehr als 7 Stunden Betreuung pro Betreuungstag gezählt, das entspricht einer Ganztagsbetreuungsquote von 37,6 % (Deutschland: 47,9 %). Damit wurden in dieser Altersgruppe gut 8.200 Kinder mehr ganztags betreut als noch ein Jahr zuvor. Das entsprach
einem Anstieg von 10,8 % gegenüber 2019 und war der höchste im Ländervergleich (Bundesdurchschnitt: +5,4 %).

Elterngeldbezug: Positive Auswirkungen des ElterngeldPlus

Der Leistungsbezug von Elterngeld für 2018 geborene Kinder endete 2021 in Niedersachsen für 98.380 Eltern. Gegenüber 2015 (für 2013 geborene Kinder) stieg die Zahl der beendeten Bezüge um 24,5 % (Bundesdurchschnitt: +19,8 %). Die Väterbeteiligung stieg in Niedersachsen in diesem Zeitraum um 11,3 Prozentpunkte und lag 2021 bei 40,6 %. In Sachsen war der Väteranteil 2021 mit 53,5 % am höchsten; im Saarland lag er mit 29,2 % am niedrigsten (Bundesdurchschnitt: 42,1 %).

Der Anteil der Mütter und Väter von Neugeborenen, die vor der Geburt erwerbstätig waren, stieg bundesweit und auch in Niedersachsen weiter an. Unter denjenigen, die im Jahr 2018 Eltern wurden, waren 70,2 % der weiblichen Leistungsbeziehenden vor der Geburt des Kindes erwerbstätig (Deutschland: 72,3 %); bei den Männern waren es 91,1 % (Deutschland: 93,4 %).

Durch die Einführung des ElterngeldPlus im Jahr 2015 wurden weitere Impulse für eine verbesserte Vereinbarkeit von Familie und Beruf gegeben. Beide Elternteile zusammen können für Kinder, die ab 1. Juli 2015 geboren wurden, bis zu 36 Monate Elterngeld beziehen und in Teilzeit berufstätig sein. Dies wirkte sich auf die durchschnittliche Bezugsdauer beider Geschlechter positiv aus. Vor der Einführung des ElterngeldPlus betrug die durchschnittliche Bezugsdauer für Mütter von 2014 geborenen Kindern 11,6 Monate und für Väter 3,1 Monate. Die durchschnittliche Bezugsdauer von Müttern, die 2018 ein Kind bekamen, stieg um 2,4 Monate (auf 14,0 Monate). Bei den Vätern stieg die durchschnittliche Bezugsdauer im gleichen Zeitraum um 0,2 Monate auf 3,3 Monate. Damit entsprach die durchschnittliche Bezugsdauer von Elterngeld in Niedersachsen bei den Männern dem Bundesdurchschnitt, bei den Frauen lag diese Bezugsdauer um 0,4 Monate über dem Bundesdurchschnitt.

Teilzeitbeschäftigung weiter steigend

Die Anzahl der Erwerbstätigen in Teilzeit betrug 2019 in Niedersachsen 1,2 Mio. Damit ist die Zahl der Teilzeitarbeitskräfte gegenüber dem Vorjahr um 3,3 % gestiegen. Teilzeitarbeit ist weiterhin überwiegend von Frauen geprägt. In Niedersachsen waren 2019 etwa 4 von 5 Teilzeitarbeitskräften Frauen (78,8 %). Ihr Anteil war in den letzten Jahren jedoch leicht rückläufig (2014: 80,4 %). Im Bundesdurchschnitt waren es 77,2 % (Ostdeutschland: 70,6 %; Westdeutschland: 78,4 %).

Mehr Alleinerziehende

Die Zahl der Alleinerziehenden belief sich 2019 in Niedersachsen auf rund 240.000 Personen. Das waren 1,1 % bzw. etwa 2.000 Personen mehr als im Vorjahr. Mehr als 4 von 5 Alleinerziehenden waren 2019 in Niedersachsen Frauen (84,2 %). Ihr Anteil ist mittelfristig gegenüber 2014 weiter gestiegen (+0,4 Prozentpunkte). Im Bundesdurchschnitt war der Anteil der Frauen an allen Alleinerziehenden 2019 auf ähnlichem Niveau (84,4 %) wie in Niedersachsen.

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Der Niedersachsen-Monitor 2021 steht zum Download zur Verfügung auf der Website des LSN

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