Neues Nationales Gesundheitsziel: Gesundheit rund um die Geburt und im ersten Lebensjahr

Nationales-Gesundheitsziel_Gesundheit-rund-um-die-GeburtExpertinnen und Experten von Bund und Ländern sowie aus Forschung, Selbsthilfe und Krankenkassen haben das neue Nationale Gesundheitsziel "Gesundheit rund um die Geburt" entwickelt. Die Einbeziehung und Stärkung der Väter oder Partner in der Phase der Schwangerschaft, Geburt und Stillzeit ist in verschiedenen Zielen des Konzepts verankert, das vom Bundesgesundheitsministerium veröffentlicht wurde.

Das Nationale Gesundheitsziel "Gesundheit rund um die Geburt" umfasst Teilzielsetzungen und Maßnahmenempfehlungen zu den Bereichen Förderung der Bindung zu den Eltern, gesunde Lebensverhältnisse, soziale Sicherheit sowie die Vermeidung von Unfallgefahren und Situationen, in denen Eltern überfordert sind. Dafür wollen sich die Beteiligten einsetzen.

So gehört zum Beispiel die Einbeziehung der Väter in frühzeitige Beratungsangebote zu Bindungs- und Stillförderung zu den Maßnahmenempfehlungen, um eine gesunde Schwangerschaft zu ermöglichen und zu fördern.

Die Bedeutung des Wochenbetts und die frühe Phase der Elternschaft sollen stärker anerkannt und gefördert werden. Väter und ihre Partnerinnen sollen dazu ermutigt werden, sich von Anfang an in der Babyversorgung zu engagieren und einen eigenen positiven Stil im Umgang mit dem Neugeborenen zu finden. Dabei ist auch zu berücksichtigen, dass Depressionen nach einer Geburt nicht nur Frauen treffen können. Nicht selten entwickeln auch Väter nach einer Geburt depressive Symptome. Fachkräfte, die Paare in Erstelternschaft im Wochenbett begleiten, sollten in solchen Fällen auch Vätern die notwendige Aufmerksamkeit widmen und paar- oder einzelbezogene Hilfen anbieten und vermitteln.

Um den Anteil stillender Mütter sowie die Stilldauer zu erhöhen, sollen auch Väter bzw. Partner bei Maßnahmen zur Stillförderung angesprochen werden.

Zur gesundheitsförderlichen Gestaltung der Rahmenbedingungen rund um die Geburt gehört es den Expertinnen und Experten zufolge auch, den Eltern einen flexiblen Wiedereinstieg in den Beruf zu ermöglichen und flankierend Kinderbetreuung bereitzustellen. Vätern soll ermöglicht werden, insbesondere in den ersten Wochen nach der Geburt Zeit für die Familie zu haben.

Beim Ausbau der Gesundheits- und Sozialforschung rund um die Geburt soll außerdem die väterspezifische Forschung besonders berücksichtigt werden.

Dem Kooperationsverbund Gesundheitsziele.de gehören rund 120 Organisationen des Gesundheitswesens an. Bei den Gesundheitszielen handelt es sich um Vereinbarungen dieser Partnerinnen und Partner mit dem übergeordneten Ziel der Förderung der Gesundheit der Bevölkerung. Die bisher vereinbarten Gesundheitsziele beziehen sich beispielsweise auf bestimmte Krankheiten oder auf bestimmte Altersgruppen. Es werden Empfehlungen verabschiedet und Maßnahmenkataloge erstellt. Alle Beteiligten verpflichten sich zur Umsetzung in ihren Verantwortungsbereichen.

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Bundesministerium für Gesundheit (Hrsg.): Nationales Gesundheitsziel, Gesundheit rund um die Geburt, Berlin, 2017, 136 Seiten

Die Broschüre steht auf der Website des Bundesgesundheitsministeriums als Download zur Verfügung.

Pressemitteilung des Bundesgesundheitsministeriums vom 13.02.2017 unter www.bundesgesundheitsministerium.de

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