Arbeitsteilung im Haushalt

Paare, die sich bisher egalitär den Haushalt geteilt haben, fallen nach der Geburt des ersten Kindes oftmals in alte Rollenmuster zurück oder werden in diese hineingedrängt. Dies kann Konfliktpotenzial bedeuten. Damit dies nicht zu viel Raum in dem noch ungewohnten Familienalltag einnimmt, stellen wir Ihnen hier einige Tipps vor.

Übrigens!
Machen Sie sich nichts daraus: Ratschläge, Vorsätze, Vereinbarungen können noch so exakt in der Theorie überlegt worden sein. In den ersten Wochen nach der Geburt wird sicherlich Ihr Kind den Tages-Rhythmus bestimmen. Dennoch kann es hilfreich sein, sich frühzeitig auf den routinierteren Alltag vorzubereiten und Aufgaben vorher zumindest schon angesprochen zu haben.

Die Ausgangslage
Zunächst ist es für beide Elternteile wichtig, sich gegenseitig Respekt vor der Arbeit des anderen zu versichern. Dies kann eine gute Basis sein, um eine für beide Seiten tragfähige Lösung für eine Neuverteilung der Aufgaben zu finden. Dabei sollten sich die Paare bewusst machen, dass eine gerechte Aufgabenverteilung zu mehr Zufriedenheit und damit auch zur Stabilität der Partnerschaft führt. Im Einzelnen geht es um eine gerechte Verteilung von Erwerbsarbeit, Hausarbeit und Kinderbetreuung.

Machen Sie sich einen Überblick
Schreiben Sie gemeinsam eine Liste der Aufgaben, die zu erledigen sind und notieren Sie dazu, wer zurzeit dafür zuständig ist. Wer könnte und vor allem wer würde gerne welche Aufgaben in Zukunft übernehmen? Hier ist es wichtig, dass beide mit der neuen Aufgabenverteilung zufrieden sind. Wie bei allen "Vereinbarungen" bietet es sich auch hier an, diese flexibel zu handhaben und sie je nach Energie-, Zeit- und Kraftreserven anzupassen.

Konfliktpotential
Die Aufgaben wurden verteilt, in der Theorie waren alle zufrieden, bei der Umsetzung gibt es Probleme. Woran liegt das? Vielleicht werden die Aufgaben, die bisher ein Elternteil übernommen hat, nun vom anderen erledigt und möglicherweise auf eine andere Art und Weise. Hier gilt es, von beiden Seiten Toleranz und vor allem Geduld zu zeigen – vor allem für die neuen Erfahrungen in der Säuglingspflege und Kinderbetreuung.

Manchen Männern fällt es nämlich anfänglich schwer, ihre neue Rolle als Vater im Alltag zu finden – die Mutter hat sie in der Regel bereits alleine durch das Stillen gefunden. Wenn sie dann Aufgaben übernehmen, fühlen sie sich zunächst unsicher oder sogar oftmals durch die Partnerin kritisiert. Nur die wohltuende und liebevolle Pflege und Betreuung des Kindes steht im Mittelpunkt. Ob diese Aufgaben von der Mutter oder dem Vater unterschiedlich erledigt werden, ist dann doch unerheblich.



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Übrigens!
Auf der Website des Eidgenössischen Büros für die Gleichstellung von Frau und Mann finden Sie in der Rubrik "Vereinbarkeit von Familie und Beruf" einen Download-Fragebogen, in dem Paare die Anzahl der Stunden eingeben können, die sie am Tag für Erwerbsarbeit, Haushalt, Kinderbetreuung oder Freizeit benötigen. Auch für die Wünsche in der Zukunft für eine faire Arbeitsaufteilung enthält der Fragebogen Antwortmöglichkeiten. Um nun die Wunschvorstellung in die Realität zu übertragen, kann anhand der Listen diskutiert werden. www.ebg.admin.ch

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