Kitas im Aufbruch - Männer in Kitas

9. August 2019

Kitas-im-AufbruchWelche Bedeutung hat das Geschlecht des Fachpersonals in Kitas aus der Sicht von Eltern und pädagogischen Fachkräften? Diese Frage hat das DELTA-Institut für Sozial- und Ökologieforschung im Auftrag der Koordinationsstelle "Chance Quereinstieg/Männer in Kitas" untersucht. Dabei ging es unter anderem um die Einstellungen von Eltern und pädagogischen Fachkräften zur Arbeit männlicher Kollegen und ihre Bedeutung für die Entwicklung von Jungen und Mädchen. Außerdem wurden gleichstellungsorientierte Aspekte der Rahmenbedingungen von Kindertagesbetreuung erfragt.

Die Untersuchung basiert auf repräsentativen Befragungen von Müttern und Vätern sowie pädagogischen Fachkräften. Berücksichtigt wurde auch die Milieuzugehörigkeit der Befragten.

Ergebnisse der Befragung von Eltern mit Kindern im Alter bis 6 Jahre

  • Aus Sicht der Eltern haben Kitas neben ihrem pädagogischen Auftrag auch eine gesellschaftliche gleichstellungsorientierte Schlüsselfunktion zur Ermöglichung der Erwerbstätigkeit von Eltern, insbesondere von Müttern.
  • Eine an den Arbeitszeiten der Eltern orientierte Kinderbetreuung könnte den Effekt haben, dass Väter ihre Arbeitszeit reduzieren. Die Realisierung eines höheren Erwerbseinkommens der Mutter würde Väter vom Druck des Familieneinkommens partiell entlasten.
  • Etwa drei Viertel der befragten Eltern sind der Überzeugung, dass Kinder sowohl von männlichen als auch von weiblichen Fachkräften betreut werden sollten.
  • Etwa ein Drittel der befragten Eltern hat schon einmal an die Gefahr des Missbrauchs durch männliche Erzieher gedacht. In einer Voruntersuchung aus dem Jahr 2009 hatte dieser Anteil um acht Prozent höher gelegen.

Ergebnisse der Befragung von pädagogischen Fachkräften in Kitas

  • Pädagogische Fachkräfte in Kitas fühlen sich beruflich wohl. Etwa ein Drittel von ihnen hat die Absicht, sich in absehbarer Zeit um eine andere Stelle in einer höheren Position zu bemühen, jede fünfte Fachkraft plant ein fachrelevantes Studium aufzunehmen. Zu beachten ist auch das Abwanderungspotential von Fachkräften, die sich mit der Absicht tragen, sich ein ganz anderes Berufsfeld zu suchen.
  • Der Beruf des Erziehers in einer Kita hat der Untersuchung zufolge eine höhere Attraktivität für Männer an den (postmodernen) Rändern der Milieulandschaft als in der bürgerlichen Mitte.
  • Weibliche Fachkräfte in Kitas haben in der Regel unbefristete Arbeitsverträge, bei den männlichen Fachkräften ist das seltener der Fall. Hier stellt die Untersuchung eine deutliche Ungleichbehandlung von Frauen und Männern fest.
  • Die überwiegende Mehrheit der Fachkräfte vertritt die Auffassung, dass männliche Erzieher für die Entwicklung von Jungen und auch für die Entwicklung von Mädchen wichtig sind und neue wichtige Impulse für die pädagogische Arbeit in die Kita einbringen. Immer mehr Einrichtungen sind aktiv zur Erhöhung ihres Männeranteils
  • Mehr als zwei Drittel aller weiblichen Fachkräfte haben (überwiegend positive) persönliche Erfahrungen mit Männern im pädagogischen Personal.
  • Die Mehrheit aller Fachkräfte in Kitas ist überzeugt, dass Kitas mit Erziehern für Eltern attraktiver sind als Einrichtungen, in denen ausschließlich Erzieherinnen arbeiten.

Fast alle Kita-Fachkräfte sind der Auffassung, dass es mehr Männer in Kindergärten und Horten geben sollte. Dass es auch in Kinderkrippen mehr männliche Erzieher geben sollte, wird von einer deutlichen Mehrheit befürwortet. Bei den befragten Eltern befürworten jeweils mehr als die Hälfte, dass es mehr Männer in Krippen, Kitas und Schulhorten geben sollte.

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Koordinationsstelle "Chance Quereinstieg/Männer in Kitas" (Hrsg.)
Kitas im Aufbruch – Männer in Kitas
Berlin 2018

Die Studie steht als PDF-Datei zum Download zur Verfügung auf der Website des Projekts www.chance-quereinstieg.de

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