Abu, Baba, Daddy, Tata – alle sind für Kinder da!

10. Februar 2021

Abu-Baba-Tata-PapaDas Projekt "Abu, Baba, Daddy, Tata – alle sind für Kinder da!" wurde im Mai 2019 initiiert. Es ist Teil des Integrationsvertrages zwischen dem Hessischen Ministerium für Soziales und Integration und dem Verband binationaler Familien und Partnerschaften (iaf e.V.). Ziel des Projektes ist es, die Wahrnehmung und Rollenbilder von Männern und Vätern mit Migrationsgeschichte zu differenzieren. Es soll ein Beitrag zur Entwicklung einer migrationssensiblen, diversitätsbewussten Väterarbeit in Hessen geleistet werden. Erste Ergebnisse des Projekts wurden in einem Bericht zur Verfügung gestellt.

Das Pilotprojekt startete mit einer Laufzeit vom Mai bis Ende Dezember 2019. Innerhalb dieser Zeit wurden drei Ziele verfolgt: Situationsanalyse zur (migrationssensiblen) Väterarbeit in Hessen, Vernetzung relevanter Akteurinnen und Akteure mit ihren Angeboten und die Sensibilisierung von Praktikerinnen und Praktikern sowie der (Fach-) Öffentlichkeit zur Wahrnehmung migrantischer Väter.

Die Bedarfe und Herausforderungen einer migrationssensiblen Väterarbeit wurden durch eine Online-Erhebung, Interviews mit Expertinnen und Experten sowie durch den intensiven Austausch mit Vätern, Praktikerinnen und Praktikern, Multiplikatorinnen und Multiplikatoren sowie der Fachöffentlichkeit ermittelt.

Fachkräfte sehen demnach einen großen Bedarf für vor allem Bedarf für (migrationssensible) Väterangebote. Sie sind an Angeboten zur Vernetzung und zum Austausch praktischer Erfahrungen interessiert und wünschen sich mehr Aufmerksamkeit für die Vermittlung von spezifischen (gender- und migrationsbewussten) Diversitätskompetenzen in der Aus- und Fortbildung.

Väter mit Migrationsgeschichte suchen Räume für den Austausch mit anderen Vätern. Sie wünschen sich Unterstützung, v.a. um ihre Kinder stärken und für deren gute Entwicklung, Bildung und Zukunft gut begleiten zu können. Dazu sollten einerseits existierende Vorurteilsstrukturen reflektiert werden, andererseits sollten auch teils vorhandene patriarchale Rollenvorstellungen oder problematische Leitbilder von Väterlichkeit thematisiert werden.

Um diese Bedarfe abzudecken, ist das Engagement von Trägern und Einrichtungen in ganz Hessen gefragt, so ein Fazit des Berichts. Eine politische und institutionelle Unterstützung und Ausstattung mit Ressourcen, wie es sie z.B. auch im Bereich spezieller Integrations- und Familienbildungsangebote für Frauen und Mütter mit Migrationshintergrund gibt, sollte auch für die Väterarbeit möglich sein. Beispielsweise wäre zu überlegen, wie kommunale Dienste und Anlaufstellen in den Bereichen Familienbildung und -beratung sowie der Gleichstellung (migrantische) Väter stärker als Zielgruppe ansprechen könnten.

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Verband binationaler Familien und Partnerschaften, iaf e.V. (Hrsg.)
Abu, Baba, Tata, Papa - alle sind für Kinder da!, März 2020

Weitere Informationen und Download des Projektberichts unter www.vaeter-binational-global.de

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