Gemeinsames Sorgerecht: Trennungsväter pflegen den Kontakt zu ihren Kindern

11. Oktober 2018

Wenn Eltern sich trennen, leben die Kinder in den allermeisten Fällen im Haushalt der Mutter. Ob und wie der Vater dann den Kontakt zu ihnen hält, hängt sehr stark vom Sorgerecht, aber auch vom Bildungsniveau, dem Erwerbsstatus und der Lebensform des Vaters ab. Das zeigt eine neue Studie des Rostocker Zentrums zur Erforschung des Demografischen Wandels.

Die Auswertung basiert auf den Angaben von knapp 300 Vätern aus dem Beziehungs- und Familienpanel "pairfam". Sie zeigt unter anderem, dass Väter auch viele Jahre nach einer Trennung noch regelmäßigen Kontakt zu ihren Kindern halten, wenn sie sich das Sorgerecht mit der Mutter teilen.

81 Prozent dieser Väter hatten zum Zeitpunkt der Befragung regelmäßigen Kontakt zu ihren Kindern. Bei den Vätern ohne Sorgerecht waren es weniger als die Hälfte. Weitere Faktoren, die einen regelmäßigen Kontakt zum Kind wahrscheinlicher machen, sind ein hohes Bildungsniveau und die Erwerbstätigkeit der Väter.

Darüber hinaus ist auch die Beziehungsgeschichte von Bedeutung. Lebten Vater und Mutter bei der Geburt des Kindes nicht zusammen, sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass der Vater regelmäßigen Kontakt hält. Ob die Eltern verheiratet waren oder unverheiratet zusammenlebten, spielt hingegen kaum ein Rolle. Heiratet der Vater allerdings erneut oder bekommt mit einer neuen Partnerin ein weiteres Kind, kann das den Kontakt zum ersten Kind verringern.

Es zeigt sich, dass das gemeinsame Sorgerecht auf lange Sicht und über alle Lebensformen hinweg die Kontakthäufigkeit von Vätern und Kindern erhöht.

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Zusammenfassung der Studienergebnisse in der Publikation Demografische Forschung 03/2018 www.demografische-forschung.org

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