Väter können Familie und Beruf nicht gut vereinbaren

Familienreport_Vaeter_BaWueDas baden-württembergische Sozialministerium hat den Familienreport "Väter" vorgestellt. Demnach sagen zwei Drittel der Männer mit minderjährigen Kindern, dass ihnen die Vereinbarkeit von Beruf und Familie nicht gut gelingt. Viele wünschen sich mehr Zeit für die Familie, sehen aber keine Möglichkeit, diesen Wunsch zu realisieren.

Unterstützung, um Beruf und Familie vereinbaren zu können, wünschen sich Väter in den Bereichen Infrastruktur, Finanzen und Zeitpolitik. Sozialministerin Katrin Altpeter setzt vor allem auf eine Veränderung der Arbeitskultur. Dazu gehöre die Bereitstellung von Teilzeitarbeitsplätzen, insbesondere auch bei Stellen mit Vorgesetzten- und Leitungsaufgaben. Das Management müsse für das Thema sensibilisiert und die Akzeptanz einer aktiven Vaterschaft erhöht werden. Auch angesichts des drohenden Fachkräftemangels liege es im Interesse der Unternehmen, familienbewusste Personalmaßnahmen auch für Väter auszuweiten.

Einige Ergebnisse des Reports "Väter"

  • In Baden-Württemberg lebten 2013 rund 22 Prozent aller Männer mit minderjährigen Kindern zusammen in einem Haushalt, das waren gut 941.000 Männer, rund 90 Prozent von waren verheiratet.
  • Fast zwei Drittel der Väter gelingt die Vereinbarkeit von Beruf und Familie laut eigener Aussage nicht. Drei Viertel der Väter gab an, dass sie mehr arbeiten als sie wollen.
  • Wenn Männer Väter werden, erhöht sich ihre wöchentliche Arbeitszeit, sie arbeiten durchschnittlich 2 bis 4 Stunden mehr als Männer gleichen Alters ohne Kinder. Weniger als 5 Prozent der Väter arbeiten in Teilzeit.
  • Eine Familiengründung führt zu einer Retraditionalisierung der Rollenverteilung in Familien – selbst dann, wenn die Aufteilung der Hausarbeit zuvor egalitär gestaltet war. Nur etwa 9 Prozent aller Väter übernehmen nach der Geburt des Kindes mindestens in gleichem Maße Aufgaben rund um das Kind wie die Mutter.
  • In 55 Prozent aller Familien in Baden-Württemberg arbeitet der Vater in Vollzeit und die Mutter Teilzeit.
  • Viele, vor allem jüngere Väter bewerten die Retraditionalisierung der Arbeitsteilung nach der Familiengründung nicht unbedingt positiv. Der Anteil der Männer, der egalitäre Rollenmodelle befürwortet, ist in den vergangenen 30 Jahren deutlich angestiegen, von weniger als einem Drittel auf drei Viertel aller Männer. Viele Männer haben den Wunsch, nach der Familiengründung viel Zeit mit ihren Kindern zu verbringen und im Alltag Verantwortung zu übernehmen. 44 Prozent wollen Elternzeit nehmen, 30 Prozent können sich vorstellen, nur halbtags zu arbeiten und 17 Prozent können sich vorstellen, als Hausmann zu Hause zu bleiben.

Der Familienreport "Väter" wurde von der Familienforschung Baden-Württemberg im Auftrag des Sozialministeriums erarbeitet.

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Pressemitteilung des Ministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Senioren Baden-Württemberg unter www.sozialministerium.baden-wuerttemberg.de

Ministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Senioren Baden-Württemberg (Hrsg.): Report Väter; In: Report Familien in Baden-Württemberg 3/2014

Download unter www.fafo-bw.de

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