Eltern während der Corona-Krise: Zur Improvisation gezwungen

6. Oktober 2020

Das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB) knüpft mit einer Studie an die sozialwissenschaftliche Forschung zu den Auswirkungen der Corona-Krise auf Eltern an und nimmt dabei sowohl die Familie als auch die Arbeitswelt in den Blick. Die Studie gibt zunächst einen Überblick über die Größenordnungen der von der Schließung von Kindertagesstätten (Kitas) und Schulen betroffenen Elterngruppen sowie der Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt in den Monaten des Lockdowns.

Im Anschluss werden vier Themenbereiche, die während der Krise an Relevanz gewannen, näher betrachtet:

  • Eltern in systemrelevanten Berufen: Wie ist die Situation von Eltern in systemrelevanten Berufen? Wie viele arbeiten in welchen dieser Berufe?
  • Homeoffice als Lösung: Wie stand es um Homeoffice vor der Corona-Krise? Wie viele Personen konnten überhaupt im Homeoffice arbeiten, bei welchen Berufen ist dies überhaupt realistisch? Welche Entwicklung ist für die Zukunft zu erwarten?
  • Arbeitsteilung zwischen Frau und Mann: Wie ist die tatsächliche Zeitverwendung von Vätern und Müttern für Berufsarbeit und für Familienarbeit während der Corona-Krise? Wie viel Zeit investieren die Eltern in die Bildung und Betreuung ihrer Kinder? Wie stark hängt dies von der spezifischen beruflichen bzw. Arbeitsmarktsituation ab?
  • Psychologische Folgen der Krise für Eltern: Wie erging es Eltern während der Corona-Krise; sind psychologische Auffälligkeiten absehbar? Und wie hat sich die Zufriedenheit mit dem Familienleben und mit der Arbeit entwickelt? Wie sieht die Situation von Alleinerziehenden aus? Führt die Corona-Krise zu einer Überlastung von Eltern?

Die Studie greift auf eine belastbare empirische Datenbasis zurück: Es wurden Sonderauswertungen des aktuellsten Mikrozensus (2018) in Kooperation mit dem Statistischen Bundesamt angefertigt. Außerdem konnte sich das BiB mit einigen Fragen an der Mannheimer Corona-Studie beteiligen, einer der ersten repräsentativen Befragungen zum Leben während der Corona-Krise. Darüber hinaus handelte es sich um eine Wiederholungsbefragung, so dass ein Vergleich der Situation vor und während der Corona-Krise möglich war.

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Martin Bujard, Inga Laß, Sabine Diabaté, Harun Sulak, Norbert F. Schneider
Eltern während der Corona-Krise. Zur Improvisation gezwungen.
Herausgegeben vom Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung, Wiesbaden 2020

Download der Publikation von der Website des BiB

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