Schulkinder brauchen Väter

Für Väter, die in Vollzeit arbeiten, bedeutet der Eintritt ihrer Kinder in die Schule scheinbar nicht viel Neues. Wenn die Kinder außer Haus sind, arbeiten die Väter in der Regel sowieso. Doch das Gegenteil ist der Fall. Die veränderte Lebenswelt der Kinder bringt für Väter neue Herausforderungen mit sich - und die Institution Schule ein neues Feld für väterliches Engagement.

Der Eintritt in die Schule verändert das Leben von Kindern in hohem Maß, denn

  • die Klasse ist eine Zweckgemeinschaft, die die Kinder nicht selbst wählen
  • der Leistungsgedanke rückt zunehmend ins Zentrum des Alltags
  • wie Kinder sich die Schule vorstellen und wie sie ihre Realität erleben, kann weit auseinander klaffen. Dieses kann für sie eine hohe emotionale Anforderung sein.

Wie Kinder mit diesen Anforderungen umgehen, ist sehr unterschiedlich. Manche Kinder mögen beispielsweise lieber erst am Abend von der Schule berichten. In diesem Moment sind vielleicht gerade Sie als Vater gefragt, wenn Sie Ihr Kind tagsüber nicht gesehen haben. Nur müssen Sie Ihr Kind nicht unbedingt ausfragen, da Kinder in der Regel zu eigenen Zeiten und im eigenen Tempo erzählen, wenn sie das Gefühl haben, dass Erwachsene ihnen das zugestehen.

Darüber hinaus legen Untersuchungen nahe, dass engagierte Väter von Grundschulkindern besondere Bedeutung für sie haben können, denn beispielsweise

  • wirkt sich väterliches Engagement auf die kognitive, also geistig bestimmte Entwicklung von Kindern aus
  • kann die väterliche Zuwendung einen positiven Einfluss auf das Selbstbewusstsein von Kindern bezüglich der Beschäftigung mit schwierigen Aufgaben haben
  • stärkt die Offenheit von Vätern gegenüber den Aktivitäten ihrer Kinder ihre sozialen Fähigkeiten. Die damit verbundene Anerkennung durch Gleichaltrige ist wichtig für eine zufriedene Position in der Klasse.

Ein eigenes Kapitel sind dabei die Hausaufgaben. Väter und Mütter sind keine stellvertretenden Lehrkräfte, aber sie können ihre Kinder in Übungssituationen motivieren. Häufig passiert jedoch das Gegenteil, wenn verschiedene Voraussetzungen zwischen Kind und Elternteil aufeinanderprallen:

  • unterschiedliche Wissensstände
  • unterschiedliche Lernwege
  • Einforderung von Leistung und Erfolg

Um dem Kind den Leistungsdruck zu nehmen, sollten Eltern sich diese Unterschiede deutlich machen. Außerdem ist es hilfreich, sich darüber zu verständigen, wann sich ein Kind im schulischen Bereich für erfolgreich hält und mit welchen eigenen Leistungen es zufrieden wäre.

(ah)

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Übrigens!
Zum Thema Hausaufgaben gibt es mit Sicherheit hilfreiche Lektüre, die aber nicht unbedingt ein Gespräch ersetzen kann. Sie können bei Fragen und Problemen rund um die Hausaufgaben auch Gespräche mit anderen Vätern oder Müttern suchen. Berichten Sie von Ihren Erfahrungen, seien Sie offen für die Erfahrungen Anderer.

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