Landesarbeitsgemeinschaft Elterninitiativen Niedersachsen/ Bremen e.V.

lagE_150pxDie Landesarbeitsgemeinschaft Elterninitiativen Niedersachsen/ Bremen e.V. (lagE e.V.) vertritt die Interessen von Kindertagesstätten, die als Elternvereine geführt werden. In Niedersachsen werden ungefähr 10 Prozent der Kindertagesstätten von Elternvereinen betrieben. Elterninitiativen halten unterschiedliche und vielfältige Konzepte vor und schließen mit ihren Angeboten oftmals Lücken im traditionellen Betreuungsangebot. Die Erziehungspartnerschaft zwischen Eltern und pädagogischen Fachkräften besitzt dabei einen besonders hohen Stellenwert.

Ziele der lagE sind die öffentliche und politische Anerkennung der Elterninitiativen sowie ihre Unterstützung bei der Betreuung, Erziehung und Bildung von Kindern in Tageseinrichtungen. Darüber hinaus tritt die lagE für Verbesserungen der pädagogischen Standards in den Einrichtungen ein und fordert die Sicherstellung guter Rahmenbedingungen für die pädagogische Arbeit.

Im Kurzinterview: Martina Ernst

Martina-Ernst_lagEIm Landesarbeitsforum vertritt Martina Ernst die Landesarbeitsgemeinschaft Elterninitiativen Niedersachsen/ Bremen (lagE).

Frage: Wo sind die Berührungspunkte Ihrer Arbeit mit dem Thema "Aktive Vaterrolle"?
Bereits seit Gründung der ersten Elterninitiativen Ende der 60er/ Anfang der 70er Jahre sind Väter in unserem Trägerbereich sehr präsent. Das liegt zum einen daran, dass die Eltern selbst Träger der Einrichtungen sind und auch ansonsten in den Kitas unterschiedlichste Aufgaben übernehmen. Zum anderen ist die Geschichte der Elterninitiativen eng verbunden mit den Alternativbewegungen der letzten 50 Jahre, in denen Geschlechterverhältnisse und traditionelle Familienbilder vielfach kritisch hinterfragt werden.

Frage: Wie sehen Sie die Rolle der Väter in Familien heute?
Viele Väter beteiligen sich heute sehr aktiv am Familienleben - sie übernehmen Verantwortung innerhalb der Familie und sind auch in getrennt lebenden Familien aktive Väter. Dennoch ist die Fürsorgearbeit noch immer eher weiblich konnotiert. Kinder sollten in ihrem Aufwachsen die Erfahrung machen, dass männliche Bezugspersonen nicht nur toben, spielen und handwerken, sondern ebenso fürsorglich für sie da sind wie die Frauen und Mütter in ihrem Umfeld. Und umgekehrt!

Frage: Welche Unterstützung benötigen junge Familien und insbesondere junge Väter aus Ihrer Sicht?
Junge Familien brauchen vor allem Zeitressourcen, um als Familie zusammenzufinden. Da ist zum einen die Familienpolitik gefragt, aber natürlich auch die Arbeitswelt. Die zeitliche Ausweitung der Kindertagesbetreuung erscheint vielen da als eine Lösung - Familienzeit wird durch die längere Verweildauer in den Einrichtungen aber nicht geschaffen. Ein Umdenken von Politik und Arbeitswelt wäre aus gesellschaftlicher Sicht - und vor allem aus Sicht der Kinder - die weitaus bessere Lösung.

Frage: Wie kann Väterarbeit in Niedersachsen sinnvoll weiterentwickelt werden?
Väterarbeit muss noch stärker als Querschnittsaufgabe begriffen werden. Spezielle Angebote werden immer vor dem Problem stehen, nur eine bestimmte Klientel erreichen zu können. Väterarbeit muss dort ansetzen, wo Männer und Jungen ihre Zeit verbringen - in der Schule, im Beruf, beim Sport oder in den Vereinen. Und in Kindertagesstätten. Die enge Erziehungspartnerschaft in Elterninitiativen unterstützt diese Prozesse. Schön wären auch mehr Darstellungen von fürsorglichen Männern und Jungen in Büchern und Unterrichtsmaterialien.

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Kontakt
Landesarbeitsgemeinschaft Elterninitiativen Niedersachsen/ Bremen e.V.
Martina Ernst
Maschstraße 30
30169 Hannover

Telefon 0511 / 161 40 45
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