Nichteheliche Väter - von der Unterhaltspflicht zum Sorge- und Umgangsrecht?

Nichteheliche-VaeterDie Stellung des nichtehelichen Vaters im Familienrecht hat sich im Laufe der zurückliegenden 100 Jahre grundlegend gewandelt. Katrin Schmidtke hat für Ihre Dissertation an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Friedrich-Schiller-Universität Jena die rechtshistorischen Entwicklungen nachgezeichnet. Dabei werden die Wechselwirkungen von gesellschaftlichen Moral- und Rechtsanschauungen, Reformbewegungen und dem Einfluss der Rechtspraxis auf die gesellschaftliche Realität deutlich.

Die Wahrnehmung des Vater-Kind-Verhältnisses hat sich sowohl gesellschaftlich als auch rechtlich grundlegend gewandelt. Es vollzog sich ein Paradigmenwechsel der nichtehelichen Vaterschaft vom desinteressierten "Zahlvater" hin zu einem Vater, der für seine Rechte am Kind kämpft. Auch nichteheliche Väter wollen heute elterliche Pflichten und Rechte gleichberechtigt wahrnehmen und aktiv an der Erziehung und am Leben des Kindes beteiligt werden.

Die Autorin untersucht die Rechtsstellung unehelicher Väter vom Inkrafttreten des Bürgerlichen Gesetzbuches im Jahr 1900 und Reformansätze der folgenden Zeit bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges. Ein Vergleich der Rechtsstellung in den geteilten deutschen Staaten schließt sich an.

Das Buch verbindet juristisches Fachwissen mit sozialwissenschaftlicher Analyse zu einer fundierten zeitgeschichtlichen Betrachtung des Wandels, dem die Sicht auf uneheliche Väter (und ihre Kinder) unterworfen ist.

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Katrin Schmidtke: Nichteheliche Väter - von der Unterhaltspflicht zum Sorge- und Umgangsrecht?, Schiften zum Familien- und Erbrecht, Band 13, Nomos Verlag, Baden-Baden 2015, www.nomos-shop.de

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